die der kleinem Kaliber nicht so lang haben, damit sie weniger Raum auf dem Oherver-deck einnahmeru müfate man ihren Richtbaum durch .eine.angemessene Vorrichtung hin-ten höher legen.
Zum Schlufs mufs ich hier noch eines Vortheiles dieser Laifeten gedenken, den siemit den Wall- und Strandlaffeten von meiner Erfindung gemein haben: die weit gröfsereDauer ihrer Räder. Bei den gewöhnlichen SchifFslaffeten sind diese ans einem einzigenStück Ulmenholz geschnitten, wodurch der Holzwuchs an einem Theile des Umkreisesnach der Seite geht und nun sich in sehr kurzer Zeit abläuft, wodurch das Rad seinerunde Form verliert. Die Bewegungen des Geschützes rück- und vorwärts werden da-durch viel schwerer, erfordern mehr Zeit und Kräfte. Ueberdies springen diese Räderblofs von der Sommerhitze, und man mufs jeden Feldzug neue anschafFen, wo man oftin Verlegenheit ist, Holz von schickiicher Stärke zu den Rädern der grofsen Kaliber zufinden. Ich hatte anfangs mich ebenfalls dieser Art Räder bei meinen Rahmenlaffeten be-dient, die ich zu Rochefort verfertigen liefs; allein ihr Nachtheil zeigte sich bald: in we-niger als sechs Monaten waren sie alle unbrauchbar, und mufsten durch neue ersetzt wer-den. Da ich eine Handwerker-Compagnie von der Artillerie auf der Insel Aix bei mirhatte, liefs ich die Räder auf die Fig. 10. n. 12. 14. Tab. XXXV. vorgestellte Weise au*sechs keilförmig geschnittenen Stücken Eichenholz verfertigen, die von 4 eisernen Bän-dern rs und 20 auf beiden Seiten vernieteten Bolzen zusammen gehalten werden. Mansieht ein, dafs diese Räder, wenn sie auch anfangs etwas mehr kosten, doch in der Folgewohlfeiler sind, weil sie bei dieser Einrichtung weder durch die Witterung noch durchden Gebrauch leiden'. Nach 4 bis 5 Jahren fortwährendem Dienst auf offenen Batterien,jedem Wetter ausgesetzt, haben sie weder an ihrer Rundung noch an ihrer Festigkeitgelitten.
Dies ist denn die Einrichtung, welche ich für die zweckmäfsigstc bei den SchüFslalfe-ten halte. Bei ihr ist der Sechsunddreifsigpfimder mit aller Lebhaftigkeit won drei Mannbedient worden, die 4 Schufs in einer Viertelstunde gethan haben. Ein Schiff würde aufsolche Weise, anstatt 15 bis 20 Mann für jedes Geschütz, nur höchstens fünf Mann bedür-fen, und dennoch durch die gröfsere Schnelligkeit seines Feuers eine entschiedene Ueberle-genheit im Gefecht behaupten. Allein man ist einmal an die alten Laffeten gewöhnt, undmit ihren grofsen Mängeln vertraut; obgleich man- ihnen nur mit tausend andern Unbe-quemlichkeiten begegnen könnte, hält man sie doch seit so langer Zeit für unvermeid-lich, dafs man gar nicht mehr daran denkt: während inan sich dagegen vor dem klein-,sten möglichen Nachtheile neuer Laffeten scheuet. Zwei Haupteinwürfe finden gegen diesestatt: der höhere Preis und die größere Schwere. Sie kosten und wiegen allerdings mehr:allein jenes wird dadurch aufgehoben, dafs sie zwei Driitheil weniger Leute zu ihrer Be-Vierter B^nd. F