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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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höchst unvollständig erscheint, und neuer Ansichten nicht erwähnt, die grofse Vor-teile versprechen. Sie zu mifsbilligen, ist nicht hinreichend ein solches Stillschweigen zurechtfertigen; der Verfasser darf sich nicht zum alleinigen Richter anfwerfen. Als Leh-rer mufs er jeden in den Stand setzen, selbst Untersuchungen, Vergleichungen mit an-dern Befestigungsarten anzustellen, sich eiue genaue Kenntnifs zu erwerben: um zu billi-

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gen, oder zu verwerfen.

Anmerkungen zu einem solchen Werke sind daher unentbehrlich. Der Verfasser mufses jedem Dank wissen, der seine Meinungen zu widerlegen, seine Irrthümer zu berichti-gen sucht. Jene alten Baumeister der ehemaligen Mauern mit Thürmen durften sich nichtscheuen, die Wälle mit Bollwerken an die Stelle jener nicht mehr genügenden Bauart ge-setzt zu haben. Indem sie die letztere nicht hartnäckig fest hielten, haben sie ihrem Va-terlande genützt.

Vauban hat durch seine Angriffsweise den Umrifs mit Bollwerken unnütz gemacht,weil es unmöglich wird, das Geschütz, das einzige Vertheidigungsmittel, zu erhalten. Wassollen wir thun? Es machen wie unsere Vorgänger! Eine andere Befestigungsweise wäh-len, wenn es wahr ist dafs es eine bessere giebt.

Lafst uns zuvörderst über einen Hauptgegenstand des Streites einig werden! Wirwollen nicht mehr von Bollwerken und von Kasematten reden, sonders jenes mitdem rechten Namen offene, und die letztem bedeckte Wälle nennen. Wählt mannun diese vor jenen; handelt man verständig: um sich gegen den Regen zu schützen; umeo mehr, als es hier nur Kugeln und Bomben regnet.

Ein anderer Ausgleichungsgrund ist, dafs die Form der offnen Wälle sich in Hin-sicht des äufsern Umrisses täglich mehr und mehr dem der bedeckten Wälle nähert.Diese Annäherung nämlich besteht in der neuen Form des Ravelins, das ich die Zan-genspitze nenne.

Bei Arras, das man für Vaubans Meisterstück ausgegeben hat, springt der HalbeMond nm 52 Toisen vor, und hat 58 Toisen Facenlänge; auf dem Papiere der Schulezu Mezieres aber hat er 80 Toisen lange Fatjen und springt 65 Toisen vor.

Mein bedecktes Zangenwerk besteht aus den vorspringenden Spitzen oder HalbenMonden, hinter denen der kreisförmige, ebenfalls bedeckte Wall liegt, so dafs ersteredie Raveline und letztere die Bollwerke vorstellen. Jeder Unbefangene mag urtheilen, obdie Befestigungskunst bei dem Tausche verloren hat? Alles ist hier vereinfacht: eine fort-laufende Reihe Linien, die einander rechtwinklich bestreichen, bilden die äufsere, und eineKreislinie macht die innere Umfassung. Bei der altern Art im Gegentlieil haben die vor-gelegten Raveline gröfsere oder geringere Oeffnungen zwischen sich, nach Verhältnifs der Anzahlvon Vielecksseiten; hinter sich aber einen dicken Erdwall mit Bollwerken, der aus bestri-chenen Gesichtlinien, aus wirkungslosen Streichwehren und aus Courtinen besteht,

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