10
Zu Anfänge des vorigen Jahrhunderts machte man in Frank-reich neue Vorschläge zur Einführung - des abermals nach ei-ner neuen Methode geschmiedeten Geschützes. — Man schlugnämlich vor, die Geschütze aus Bändern zu wickeln, und zwarlegte man deshalb einen grossen Werth auf diese Methode, weildie am meisten haltbaren Längenfasern des in Bändern gezo-genen Eisens dadurch in eine gegen die Achse des Geschützesfast senkrechte Richtung kommen, in welcher Richtung dieSprengkraft des Pulvers allerdings am stärksten wirkt. St.R eray theilt in seinen Memoiren die darüber eingereichten Ent-würfe mit, sagt aber, dass, so zuversichtlich die Verfasser denWerth ihrer Geschütze vorhergesagt, doch gleich der erste18Pfünder beim ersten Probeschuss in zwei Stücken zersprun-gen sei, und beinahe mehrere Menschen auf der Seine erschla-gen habe. — Er giebt auch die Zeichnung eines aus siebenStücken zusammengesetzten geschmiedeten Geschützes, das denTransport sehr erleichtert, sagt aber zugleich, dass ein solchesGeschütz bei der Probe in kleine Stücke gesprungen sei. —Ein ähnliches Geschütz zum Zusammensetzen sahen wir imZüricher Zeughause; man versicherte uns dort, dass es vieleSchüsse ausgehalten. — 1745 versuchte man in Toulon meh-rere, 1744 in Guerigny in Frankreich, von la Chaussadenach la Doyr eau’s Vorschläge geschmiedete 8-und 4Pfüuder,welche die Probeschüsse mit respective 6 und 4 Pfund Ladungaushielten, bis auf einen SPfünder, der aufriss, aber doch nochmehrere Schüsse aushielt, und nur mit vieler Mühe und sehr ge-waltsamen Prozeduren gesprengt werden konnte. 1748 fertigteSenner gezogene eiserne Röhren zum Laden von hinten. 1755hatte man in Preussen geschmiedete Ilandmörser. D’Arcyschlug vor, die Eisenwicklungen statt des Schweissens mitKupfer zu löthen, und Hannoteau wollte eine kupferne oder-bronzene Seele mit Stabeisen überwickeln; andere schlugenstatt dessen gusseiserne Seelen vor; ob davon Anwendung aufeinen wirklichen Versuch gemacht worden, ist nicht bekannt.— 1785 wurden in Pagaloga in Spanien Geschütze geschmie-det, und zwar 2—36Pfünder, 6—24Pfünder, 4—16Pfünder,B — läPfünder, 1 —SPfünder und 2—4Pfünder. Sie wurdenaus iibereinandergelegten Stäben von i/ 2 bis 1 “ Dicke mas-siv aus freier Hand geschmiedet. Die 24Pfünder wogen 20 Ctr.,