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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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Im löten und 17ten Jahrhunderte begann man erneuerteVersuche und zwar meist nach einer neuen Methode, die Ge-schütze massiv aus Luppen zusammenzuschmieden. So führtdie Liste des Arsenals von Paris von 1753 einen sehr schöngearbeiteten, von Gentin massiv geschmiedeten 1600 Pfundschweren 12Pfünder auf. In demselben Arsenale finden sichaber auch aus fast derselben Zeit (1764) drei über den Kernaus Staben und Hingen geschmiedete Geschütze (112 und28Pfünder). Das Museum der Strassburger Artillerie-Schulehat 4 geschmiedete Geschütze, die 90100 Pfd. wiegen, wo-von eins die Jahrzahl 1602 trägt. In dem alten Schlossevon St. Dizier fand man ein Geschütz von 20" Kaliber, des-sen Flug aus geschmiedetem, die Kammer aus gegossenem Ei-sen bestand, und das frühestens aus dieser Zeit sein muss, daman das Giessen nicht früher verstand. Mehrere ganz ähn-liche Geschütze bclinden sich im Zeughause zu Berlin. Ein1619 geschmiedetes Geschütz liegt in Woohvich; eben so einsvon 1694, das der Inschrift nach in Nürnberg gefertigt.Unter Ludwig dem XIII. (16101643) soll nach Herve einSchmied in der Vorstadt St. Antoine zu Paris gewohnt haben,der Vulcan liiess, und auf dessen Schild k la forge royal stand,weil er sehr gutes eisernes Geschütz machte. In Hannoverfand man mehrere sehr lange aus dem Ganzen geschmiedete12Pfünder, die 8000 Pfd. schwer waren. Pietro Sartispricht 1621 von sehr säubern eisernen Geschützen, die er inGent gesehen, und versichert, dass lpan zu seiner Zeit sehrviel eisernes Geschütz von allem Kaliber zu Amsterdam schmie-dete. Eins davon wog 33,600 Pfd. Auf den Wällen vonNarbonne liegen zwei geschmiedete Geschütze, die von derZeit sehr wenig gelitten haben, und vermöge der kleineren Ka-liber den genannten Jahrhunderten anzugehören scheinen.In Aegypten und Spanien sind Stücke von geschmiedeten Ge-schützen gefunden worden, die, dem Durchmesser nach zu ur-theilen, ebenfalls in jener Zeit verfertigt sind. Ellrich erzähltin seiner Fortsetzung der Ars magna Artilleriae (1676), dassman zu seiner Zeit in Oliva bei Danzig einen 3- und einen6Pfünder wie einen Flintenlauf aus einer Platte über den Dorngeschmiedet habe, die dann durch 4 Ringe zusammengehaltenworden.