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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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zu einem 12Pfünder mussten zwei, zu einem 24Pfünder dreiauf einmal abgestochen werden. General von Hüguenin er-zählt z. JLi., dass beim Zerstören alter Geschütze sich mehrmalsganz unveränderte oder nur halb angeschmolzne Erzstücke mittenim Geschütz, umgeben von vielen Gallen, gefunden hätten.

Man goss ferner nicht massiv, sondern über den Kern;an diesen setzten sich Gallen an, die tief ins Eisen gingen. DieKranzeisen verbanden sich nicht mit dem Eisen, was beim Spren-gen alter Geschütze sich am besten erkennen lässt, indem siesich dann ganz herauslüsen. Der Kern verzog sich dabei oft,und man erhielt ungleiche Metallstärken, die Unreinigkeiten stie-gen nicht gehörig auf, und der Druck des verlornen Kopfswurde des früheren Erkaltens der dünneren Masse wegen ge-hemmt.

Es ist daher kaum zu erklären, wie diese so mangelhaf-ten Geschütze sich noch so haltbar zeigen konnten, als sie esgetlian zu haben scheinen, wenn man nicht annehmen will,dass durch den viel grossem Spielraum, das langsamere Schies-sen, und besonders das schwächere Pulver die Anforderungenum ein Bedeutendes kleiner gewesen sein, als heute, wo manin dieser Beziehung so sehr vorgeschritten ist.

Die Zahl der gegossenen Geschütze war besonders in ein-zelnen Ländern sehr gross, denn eine einzige Hütte in Schwe-den lieferte eine geraume Zeit hindurch 4 bis 600 Stück jähr-lich, die über den Kern gegossen, nur mit 3 Schuss beschos-sen, und dann der Handelsflotte verkauft wurden. Man weis»Nichts davon, dass deren gesprungen seien. Dagegen klagtendie französischen Marine -Offiziere 1755 über die Schlechtig-keit eiserner in Schweden gegossener Geschütze. Auch beiLüttich goss man um diese Zeit sehr stark, doch scheint manmit der Haltbarkeit dieser Geschütze weniger zufrieden gewe-sen zu sein. Sarti glaubt (1621), es müsse diess an demSchwefel liegen, der sich in den zum Ausschmelzen angewand-ten Steinkohlen befinde.

In allen Marinen ward nun allmählich das eiserne Geschützeingeführt, des hohen Preises des bronzenen wegen, und, wieeinige sagen, wegen des stärkeren Knalles des ßronzege-schijizes; doch fand es nur wenig Eingang in der Landarmee.Tn Spanien aber, wo um diese Zeit viel gutes Geschütz ge-