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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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Hohofen nur mit tceniger, und auch wohl mit weniger gutemErz zu besetzen brauche, und dem dabei erhabnen zu kohleti-stoffreiohen Eisen die Kohle beim Umschmelzen theihveise wie-der entziehen könne. Die Mehrkosten des Einschmelzens soll-ten durch den wohlfeilem Gang des Hohofens und durch selt-neres Misslingen des Gusses wenigstens theihveise aufgewogenwerden. Die Hütten sind Privateigenthum und nur auf denGuss eingerichtet, und obwohl sie auch andere Gegenständeals Geschütze giessen, als z. B. Walzen, Schleussenthore u. s. w.,so ziehen sie doch Geschützbestellungen allen andern vor. Frü-her (seit 1740) war es ihnen sogar verboten, noch nebenbeiFrischbetrieb zu haben, damit ihr Blick nur auf den demStaate so wichtigen Artikel des Geschützgusses gerichtet blei-ben möge, und dieser absondernden Maasregel, so wie densie immer in Uebung erhaltenden Bestellungen ist es zuzuschrei-ben, dass man dort zu manchen lErfalirungen gekommen ist,ohne eben besondre Versuche anzustellen, und dass die denGang des Ofens leitenden Hohöfner, deren Bildungsstufe nichtüber die des Bauern hinausgeht, einen gewissen richtig'en Takterhalten haben. Bestimmte Erze und Prozeduren sind seit un-denklicher Zeit bei ihnen in grosser Achtung, und der Erfolglehrt, dass dies kein leeres Vorurtheil sei; erst seit Kurzemhat man angefangen, nach Erklärung dieser Erscheinungen zusuchen und dem Ganzen eine wissenschaftliche Seite abzuge-winnen. Die Fabrikation steht daher fast noch ganz auf demPunkte, auf dem sie in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sichbefand, und die Schmelzbücher weisen nach, dass 1780 genaudieselben Erze und in denselben Gattirungsverhältnissen ange-wandt wurden wie heute.

Ein haltbares Eisen zu erzeugen, wird aus später zu ent-wickelnden Gründen dem schwedischen Hüttenmannc leichterals jedem andern; der einfachste Bauer kann es leicht erler-nen, während es in andern Ländern, um dasselbe zu erreichen,eines Aufwandes von Handgriffen und Vorrichtungen, so wieeiner angestrengten Aufmerksamkeit bedarf.

Die Haltbarkeit einzelner schwedischer Geschütze ist auf-fallend gross; wir führen hier die uns bekannt gewordnen Bei-spiele an.

Mit einem 18pfündigen im Guss am Kopfe sehr gallig aus-