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Erfahrungen über Fabrikation und Haltbarkeit des eisernen und bronzenen Geschützes / gesammelt von Dr. Moritz Meyer
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63
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aus grosse Vermehrung der Fabrikation veranlassfen, und dieNothwendigkeit herbeiführten, ungeübte Giesser und schlechtesMaterial zu nehmen; diese und die Uebereilung, mit der beimangelhaften Apparaten und nach ganz neu eingeführten Pro-zeduren gearbeitet werden musste, verschlechterte das bis da-hin berühmte französische Bronzegeschütz in so hohem Grade,dass die lebhaftesten Klagen entstanden, und mehrfach Kommis-sionen niedergesetzt wurden, die das Uebel in schlecht gewähl-ter Legirung suchten, aber theils nicht zu einer durchgehen-den Versuchsreihe kommen konnten, theils bei den kleinerenVersuchen, wie sie z. B. 1801 statt hatten, kein wesentlichneues Resultat erhielten. Versuche, wieder zum Kernguss zu-rückzukehren 1807 (s. unten), halfen dem Uebel, das sich be-sonders in Bildung von Zinnflecken aussprach, nicht ab, so wieVersuche, die Erkaltung zu beschleunigen (1810), ebenfalls keinebessern Resultate gaben. Lamartilliere schlug daher wie-derholt vor, zum Zinkzusatz, den Russland und Dänemark bisin die neuere Zeit beibehalten, zurückzugehn. Dussaussaystellte auch auf diese Veranlassung im Kleinen Versuche mitdiesen ternären Legirungen an, und fand, dass die Haltbarkeitdes Bronzes durch einen Zinkzusatz bis 3 Prozent wenigstensnicht verringert, dass hingegen das Metall selbst durch diesengeringen Zusatz viel dünnflüssiger werde. Er fand bei spä-tem Versuchen, dass der Zusatz von Zink bei Güssen im Gros-sen das Entstehn der Zinnflecken nicht verhindere. Man erklärtesich daher 1822 in Frankreich bestimmt gegen den Zinkzusatzals nutzlos und den Abbrand vermehrend. 1824 erschien dasfranzösische Reglement über den Bronzeguss, worin die Legi-rung von 100:11 neuerdings festgestelit wird, beim Umgussalter Geschütze soll 1 Prozent, bei dem Schmelzen mit neuenMetallen nur % Prozent mehr oder weniger zugestanden wer-den. Die Legirung soll analysict werden, eben so das anzu-kaufende Kupfer. Trotz dieser Sorgfalt hatte man Veranlas-sung mit dem neueren französischen Geschütz unzufrieden zusein; es unterlagen viele Geschütze schon bei der Probe, an-dere verdarben durch verhältnissmässig wenige Nässe (s. un-ten), die Legirung war durchgehend zinnreicher als 100:11,indem sie zwischen 11,4 und 13,55 Zinngehalt auf 100 Ku-pfer schwankte. In anderen Staaten, wie z. B. in Preussen