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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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Seite
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einen Kommandeur zu stellen? Die Abtheilungen derArtillcriedivistoncn, Brigaden benannt, müssen schon in,Frieden so zusammengesetzt werden, wie es ihre Besinn,»mng für den Krieg erfordert; daher dürfen nicht reitende,schwere und leichte Artillerie in einer Abtheilung vereinigtseyn, sondern es müssen reitende, schwere, leichte undHaubitzbrigaden, jede in sich formirt seyn.

Es versieht sich hiebe!' indeß von selbst, daß dieFußartillcristen in Bedienung aller Arten der Feld- undWallgeschütze, die Offiziere im Gebrauche aller verschiede-neu Feldbatterien zu üben sind.

Bei jedem Artilleric-Divisionsquartiere muß ein eignerSchießplatz sich befinden, auf welchem ein bleibendes Po-lygon erbaut seyn muß. Der Ankauf eines solchenPlatzes bringt 100 p. c. Zinsen für einen Staat; dieseAusgabe ist nie verloren, der Staat macht sie nur einmal.

Auf diesem Platze halten Artilleriedivisionen ihrejährlichen Schießübungen, und für das Armeekorps findenin verschiedenen größer» Zeiträumen Belagerungsübungcnstatt. Diese, für alle Waffen so nothwendigen Uebungenwerden viel zu wenig berücksichtigt; der Pionnier lerntsolche nur nach sehr verjüngtem Maaßstabe; der Jnge-nieuroffizier erlangt gar keine praktische Uebung hierin;der Infanterist lernt nie den Vattericbau, noch die Anferti-gung der Battcricbau-Materialien, und im Ernste fälltihm dieses doch zu.

Im Divisionsquarticre muß sich gleichfalls die Ar-tillerie - Divisionsschule befinden, und der theoretische Un-terricht dieser Schulen auf das innigste mit dem prakti-schen Gebrauche der Artillerie verbunden werden, damit derSchüler, der künftige Artillerieoffizier, schon hier die An-wendung der Artillerie neben der Theorie praktisch erlerne.Eine besondere, wenn auch nur kurze, Schicßperiodc, amSchlüsse des jährlichen Cursus, dürste unentbehrlich si'yn,um den Schülern die Theorie des Schießens und Wer-