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und nicht zum Defiliren gezwungen werden. Nur insolchen seltenen Terraintheilen kann man große Heerhaufenin einer Masse marschircn lassen, indem die Infanterieund Kavallerie rechts und links neben, die Artillerie aufder Straße marfchirt.
Die Hindernisse, welche den Marsch der Artillerieverzögern und ausdehnen, sind mannigfaltiger Natur.Wir reden hier indeß nicht von denen, welche aus dendurch anhaltend schlechte Witterung herbeigeführten grund-losen Wegen entstehen; solche lassen für alle Truppengat-tungen keine genaue Berechnung der Zeit und des Raumeszu, und die ganze Anlage der Märsche eines Heeres, mußin solchen Fällen sich nach dem Wege, Wetter und Ter-rain richten. Sind große Zwecke zu erreichen, dann kannauf nichts Rücksicht genommen werden; es bleibe liegen,> was nicht fort kann.
Ferner haben wir nicht eine Artillerie vor Augen,wie sie wohl früher erschienen seyn möchte, welche manals beschwerendes Fuhrwerk betrachtete, deshalbnur ungern in den Kolonnen der andern Truppen sah,und von welcher selbst noch ein neuerer militairischer Schrift-steller, in seinen Elementen der Manöverkunst sagt*):
„Wenn Wagen oder Geschütz in der Kolonne mit-fahren, so ist man den größten Unbequemlichkeiten ausge-setzt. Die Fuhrkn echte halten an, um an ihrem Ge-schirr etwas zu verbessern, sie lassen die Pferde strahlen,diese Thiere können über die Stränge springen, oder sichvertreten, an den Fuhrwerken bricht etwas u. s. w. Manhat sogar Knechte in der Nacht halten und zu Pferdeschlafen gesehen, die nachfolgenden Abtheilungen und soeine um die andere halten, meinend es wäre ein Hinder-niß an der Tete, der vordere Theil marfchirt indeß unge-
hin-
i) S. Zachs Elemente der Manövrirkunst, Thl. 2 . S. 137