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Haltungsregeln, welche zur Marschdisciplin der Artilleriegehören. Keine Batterie oder größere Artillerieabthcilungdarf eher aus dem Park oder Lagerplatze abmarschiren,als bis sich der Kommandeur des Ganzen überzeugt hat,daß sich nichts anderes auf und an den Geschützen undin den Protzen und Wagen befinde, als was wirklich zumArtilleriedicnste gehörende Gerälhschaftcn sind. Man hatohnehin schon das Vorurthcil, der Artillerie könne es nichtan Lebensmitteln fehlen, und sieht öfters diese Fahrzeugefür Proviantkolonnen mit neidischen Augen an. Sollendie Batterien nicht Frachtfuhrwerken ähnlich werden, soist streng auf obiges zu halten. Futter ist der norvusrerum der Artillerie, an diesem darf es ihr nicht fehlen,und hierin steht sie gegen die Kavallerie sehr im Vor-theile; ihre Pferde werden sich deshalb bei den angestreng-testen, beschwerlichsten Märschen immer besser halten, undein guter Batterickommandeur muß unter allen Umständenund den schwierigsten Verhältnissen möglich machen, daßnie das letzte Futter angegriffen werden darf. Bei denMärschen der heutigen Kricgsführung, welche oft bis indie Nacht dauern, ehe man den Lagerplatz oder die Kan-tonnirung erreicht, wird der Empfang der Fourage durchRequisition oder aus den Proviantkolonnen nur sehr spätgeschehen können. Menschen und Pferde sind ermüdet,und es entsteht eine neue Beschwerlichkeit, die Fourageerst zusammen zu bringen. Haben die Batterien aberFutter — wie sie es immer haben müssen — vorräthig,so nehmen sie das bestimmte Futter nur in Beschlag biszum andern Morgen, um es zu vertheilen und aufzubin-den. Das Verhalten beim grünen Futter, desgleichendie Vorsicht beim Futtern mit Roggen, geben die Dienst-vorschriften an,
Eine zweite Hauptsache sind die Hufeisen. DieBatterien sind zwar beim Ausmarsche hinlänglich für denersten Augenblick damit versehen, aber auch vor» ersten