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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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ist Grundsatz in der Artillerie, nicht zu erlauben, daß beiPulvertransportcn Taback geraucht werde, und dieses isteine dringend nothwendige Vorsicht, wo Pulver in Fässernzu Lande oder zu Wasser fortgebracht wird. Allein diesesVerbot auf die Märsche der Batterien auszudehnen, isteine Pedanterei. Hier ist die Munition verpackt, dieWagen und Protzen verschlossen, und der Soldat entbehrtviel, wenn ihm der Genuß des Tabacks untersagt wird;er sucht dann heimlich jede Gelegenheit zum Rauchen zubenutzen, woraus eben durch Verstecken der Pfeife, beimunvermutheten Erscheinen eines Vorgesetzten, weit eherUnglück entstehen kann. Ueberdies marschirt man im Feldemit brennender Lunte neben den Geschützen, deren abge-klopfte Kohle weit gefährlicher als Tabacksasche, wenn sieauch noch glimmt, seyn möchte.

Im Park aufgefahren, muß es aber streng verbotenseyn, mit brennenden Pfeifen herumzugehen oder mit ihnendurch den Park zu reiten, weil hier fast immer Pulverar-beiten, z. B. Nachbinden und Nachpacken der Munition,vorgenommen werden müssen, wobei sehr leicht Pulver ver-streut werden kann.

§. 3 .

Nachdem wir im Vorhergehenden die Vertheilungder Artillerie und ihre Verbindung mit den andern Waffen,ihr Verhalten in der Marschkolonne, zu entwickeln bemühtgewesen find, wollen wir ihren ferneren Gebrauch in derSchlacht darzustellen versuchen, wo sie in ihre wirksameAnwendung des Feuers tritt.

Jedes Gefecht, jede Schlacht zerfällt, sobald der stra-tegische Zweck erreicht ist und die Taktik in Anwendungkommt, in verschiedene Hauptmomente, als: Anmarsch,Ausschließen der Marschkolonne, Entwickelung derselben,Aufmarsch, Marsch gegen den Angriffspunkt (den Schlüsselder Stellung), Angriff, Sieg oder Rückzug. Alle diese

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