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Hauptmomente haben wieder verschiedene Nuancen, welchesich weder vorher andeuten, noch in Dispositionen ent-wickeln lassen; sonst könnte man ein Receptbuch fürSchlachten, gleich einem Kochbuche, schreiben. DieseNüancen zwischen den Hauptmomcnten sind es, wo daSGenie des Feldherrn, der Geist der Unter-befehlshaber, dieTapferkeit der Truppen, ins rege Leben treten.
Nach der bereits entwickelten Marscheinthcilung einesArmeekorps wollen wir in einer ebenen Gegend, welchebeiden Theilen gleiche Vortheile darbietet, und gegen eineneben so starken Feind, die Hauptmomente einer geregeltenSchlacht, und die Anwendung der Artillerie entwerfen.Auf Pl. XVII. 1. sind die Spitzen unserer
Kolonnen, welche bereits aus der Reiscmarschkolonne auf-gerückt sind, 2500 bis 3000 Schritt von der feindlichenStellung ö. 6. entfernt. Es ist die Absicht, die Mittedes Feindes anzugreifen. Der Avantgarde, welche auseiner Jnfantcriebrigade besteht, ist noch sämmtliche Linien-kavallerie beigegeben. Diese Kavallerie deckt die Ebene,rechts der Avantgarde, mit Plänklern und Schwadronsko«können als Soutien. Die Fußartillerie der Avantgarde,eine 12Pfänder» und eine 7Pfänder-Haubitzbatteric, wirdauf dem linken Flügel der Brigade aufgestellt (1.2.), underöffnet, erstere auf 2000, letztere auf 1600 bis 1350Schritt, das Gefecht 6., während welcher Zeit sich dasArmeekorps in der Stellung O. O. entwickelt, die Re-servedivision, die Disposttionsartillerie und die Reserveka-vallerie in L. L. L. ausschließt, indem die Täte dieserReserve sich über 3000 Schritt vom Feinde befindet.
Neuere militairische Schriftsteller behaupten, daßwährend des Nahgefechtes des Jnfantericfeuers, wo derFeldherr dem Schießgefechte der Lirailleurs seinen Laufzu lassen gezwungen sei, die Pläne desselben sich ent-wickeln müssen. Wir können diese Ansicht nicht theilen;