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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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noch mit dem andern Theile der Armee bis zum 26. Sep-tember in diesem berühmten Lager. Die Kriegsgeschichtestellt kein neueres Beispiel eines so großen und so regel-mäßig verschanzten Lagers dar.

General Laudon beabsichtigte den Angriff dieses La-gers, und die dazu gegebene Disposition ist bekannt; aberin dieser ist, wenn gleich alle Regimenter, Bataillone undSchwadronen der verschiedenen Angriffe genau angegebensind, wenig von der Anwendung der Artillerie die Rede.Denn dem sie kommandirenden Oberst v. Rouvroy waraufgegeben, sie:laut habender Instruktion anzustellen,und auf der Windmühlenanhöhe rechts vor Ober-Arnsdorfeine Batterie von sechs 12Pfänder-Kanonen, unter hin-länglicher Bedeckung, wider alle Fälle zu placiren." Wahr-scheinlich waren die Regimentsgcschütze und die bei denBrigaden eingetheilten Batterien angewiesen, den Bewe-gungen der andern Waffen zu folgen.

Die neuere Periode, welche mit dem französischenRevolutionskriege beginnt, und wo man den Feldzug von1762 mit einem Marsche nach Paris zu enden gedachte,ließ keine verschanzte Stellungen oder Lager zu. In denFeldzügcn 1793, 1794 und 1795, führte man ein Kor-donsystcm ein, in dem man große Landessirccken mit klei-nen Heerhaufen besetzte, und eine Menge einzelner ver-schanzter Posten entstehen ließ. Doch spielen hier dieLinien der Qucis und der Lauter noch eine, und zwardie letzte, Rolle unter den verschanzten Lagern.

Am Ende des Fcldzugs von 1795 legten die Oestrci-cher auf den Höhen von Hechtsheim vor Mainz, undder ehemaligen Rheinschanze vor Manheim, verschanzteLager an, theils um eine künftige Annäherung des Fein-des gegen diese beiden Plätze zu erschweren, Mainz voreiner zweiten Cernirung, und Manheim vor einem Bom-bardement zu schützen, theils um die Entwickelung einerbeträchtlichen Truppcnzahl aus diesen beiden Debouchecn zu