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2 (1824) Zweiter Theil / von W. von Grevenitz
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Ufer der Kinzig brachte die dortige Attaque der Festungnäher, und begünstigte den Bau neuer Batterien.

Am 10. Dezember debouschirte man aus dem Loge«ment des Schwalbenschwanzes, um sich mittelst einer Pa«rallele, die auf 150 bis 200 Klafter von den Werkendes feindlichen Lagers vorbeiging, mit den Lrenscheen indem Dorfe Kehl zu verbinden.

Vom 11. bis 19. Dezember rückten die Lrenscheenweiter vor, und nach vergeblichen Angriffen vom 11. zum12. Dezember auf das Posthaus in Kehl ward in derNacht vom 19. zum 20. Dezember, in einem Angriffedurch das Feuer sämmtlicher Batterien unterstützt, dasPosthaus, der Kirchhof und die Flefche emportirt.

Vom 20. Dezember bis 1. Januar hatten die Oest,reicher mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Fortdauern-der Regen erweichte den Boden, die Schütter und Kinzigschwollen an, und das Wasser in den Lrenscheen vermehrtesich vom 25. zum 26. so stark, daß die Oesireichcr nichtnur in der Besorgniß standen, die Belagerung aufhebenzu müssen, sondern auch an der Möglichkeit der Fortbrin-gung ihres Geschützes und ihrer Belagerungsmaterialicnverzweifelten. Am 27. Dezember fiel das Wasser; abereinige Tage reichten kaum zu, die beschädigten Arbeitenwieder herzustellen. Am 1. Januar 1797 verdoppelten dieOesireichcr das Feuer aus allen ihren Batterien, undstürmten um 5 Uhr Nachmittags das verschanzte Lager.Die Werke desselben hatten beträchtlich gelitten, und dieLrenscheen waren so nahe vorgerückt, daß man sich einenglücklichen Erfolg von der Unternehmung versprechenkonnte, die auch in vollem Maße gelang. Der Angriffwar vorzüglich gegen die Schwabenschanze gerichtet. DerFeind ward aus dieser sowohl, als auch aus der ganzenLinie geworfen, so daß er nicht Zeit hatte, die Flattermi-nen anzuzünden, und ließ in dieser Schanze 7 Geschützezurück. Ohne Verzug logirten sich die Oesireichcr in den