Eisen und Kobalt.
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Die gemischten Ingredienzien wurden in einen mit Holzkohle gefüt-terten Graphittiegel gethan, der übrigbleibende Raum mit einer Mi-schung von Porzellanerde und Kalk angefüllt, die Tiegel bedeckt undverschmiert, und das Ganze einer zweistündigen Weissgluth ausgesetzt.
Resultate des ersten Experimentes: Es erfolgte ein wohl geschmolze-ner König mit Kügelchen im Gewicht von 296 Grains; die Legirungwar magnetisch, plattete sich unter dem Hammer etwas aus und brachdann; der Bruch war körnig, bläulich - grau mit schwachem Glanz. DieSchlacke bestand in einem durchscheinenden Glase von blass grünlich-blauer Farbe.
Resultate des zweiten Experimentes: Es erfolgte ein wohlgeschmol-zener König, mit einigen wenigen Kügelchen, im Gewichte von 286 Grains.Auch diese Legirung zog der Magnet an; sie brach unter dem Hammer;der Bruch war im Inneren körnig, von grau-weisser Farbe, umgeben voneiner sehr dünnen, feinkörnigen, matten, dunkelgrau gefärbten Lage. DieSchlacke war der ersten gleich.
Die Könige hatten folgende procentische Zusammensetzung:
I. II.
Eisen. 46,71 87,21
Kobalt. 53,29 12,79.
Das Kobalt wurde aus dem Verlust berechnet und enthält also die Mengedes in der Legirung etwa vorhandenen Kohlenstoffs eingeschlossen.
Beide Legirungen wurden im fein gepulverten Zustande mit Leich-tigkeit von Chlorwasserstoffsäure unter Entwicklung von stinkendemWasserstoffgase gelöst.
Angenommen, der Hämatit enthielte 70 Proc. Eisen, das Kobalt-oxydul 78,5 Proc. Kobalt, und alles Metall schiede sich ab ohne Kohlen-stoff aufzunebmen, so hätten die Könige beziehungsweise 297 und 283,4Grains wiegen und 47,1 und 88,3 Proc. Eisen enthalten müssen, die ent-sprechenden Formeln wären annähernd Fe Co und Fe s Co.
Hinsichtlich des Kobaltgehalts im Meteoreisen verweisen wir aufden vorigen Abschnitt.
Eisen und Quecksilber.
Quecksilber wirkt nicht im geringsten, weder im kalten, noch heissenZustand auf Eisen ein. Es sind verschiedene indirecte Wege beschriebenworden, um Eisen mit Quecksilber zu amalgamiren, aber bei vielen der-selben ist es zweifelhaft, ob sich wirkliches Amalgam bildet. Durch dieVermittlung eines dritten Metalls wird die Tendenz des Quecksilbers zurAmalgambildung befördert. Wenn z. B. ein Stück Eisen mit vollständig