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Schmiedbares Eisen aus Erz.
indessen alle diese Bemühungen mit wenigen nur für specielle Fälle an-wendbaren Ausnahmen scheiterten, das wird sich aus der Betrachtungund Vergleichung der älteren und neueren Rennarbeiten ergehen, unddaher hat dieser Abschnitt auch nicht nur den Zweck, Methoden zuschildern, die von Jahr zu Jahr mehr von der Erde verschwinden oderhöchstens in bisher gänzlich uncivilisirten Ländern neu entstehen, unddadurch die historische Entwicklung der Eisenindustrie abzuspiegeln,sondern er hat auch den weiteren Zweck, vor vergeblichen Versuchenzur Rückkehr in derartige Zustände zu warnen und die Ursachen zu er-läutern, warum die gegenwärtig in Europa allgemeine Methode dermittelbaren Schmiedeisendarstellung die richtige und für die Zukunftbeizubehaltende ist.
Die älteren Renn arbeiten.
Die ältere Art der Darstellung des Schmiedeisens unmittelbar ausden Erzen erfordert nur sehr einfache Apparate, einen niedrigen Ofenoder einen Heerd und ein Gebläse. Obwohl das Verfahren in Oefen wiein Ileerden sehr gleich ist, so liegen doch beiden Arbeiten etwas ver-schiedene chemische Principien zu Grunde. Es werden nur reine undreiche Erze benutzt und als Brennmaterial beinahe ohne Ausnahme Holz-kohle. Das Product ist eine Masse von schmiedbarem Eisen, oft indessennicht reines Schmiedeisen, sondern Stahl, oder eine Mischung von Schmied-eisen mit Stahl, ja mit Roheisen. Der erhaltene Eisenklumpen wird zueinem mehr oder weniger parallelopipedischen Stücke ausgehämmert unddieses, nachdem es zertheilt ist, zu Stäben ausgereckt. Man nennt ihnin dem Zustande, in welchem er aus dem Feuer kommt, Frischstück,auch kurzweg Stück, oder Wolf, wendet dafür indessen auch die ur-sprünglich nur für die auf mittelbarem Wege erzeugten Eisenstücke ge-bräuchlichen Namen Luppe oder Deul an. Im Englischen heisst erlump oder ball. Nach dem Hämmern wird der Wolf Kolben, englischbloom genannt, ein Wort, welches von dem sächsischen Ausdruck bloma(Metall, Masse, Klumpen) abgeleitet ist. Die einzelnen Stücke, in welcheder Kolben dann zerschroten wird, heissen Schürbein oder Schirbeln,in manchen Gegenden auch Masseln, werden indessen auch oft als Kol-ben bezeichnet. Die Oefen, in welchen diese Arbeit ausgeführt wird,heissen demgemäss auch im Deutschen Stück- oder Wolfsöfen, imEnglischen bloomeries *), während man die Heerde zwar im Englischenebenso bezeichnet, aber im Deutschen nach der Benennung der Arbeit(des Rennens) Rennheerde oder auch wohl Luppenheerde nennt.Hinsichtlich der Grösse der Production kann man diese Methode nirgendsmit der mittelbaren vergleichen.
l ) Coutributiuns to Literature, Historical, Antiquariau and Metrical. By MarkAntonv Lower, M. A., F. S. A. London 1854, p. 117. Der Ausdruck blomaferri kommt oft im Domesday vor.