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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Man sieht, dass der Eisenverlust nicht etwa eine Folge schlechterArbeit, sondern eine Nothwendigkeit des Processes ist* denn erstens wareine Verschlackung von Eisen nothwendig, um eine schon bei der gerin-gen Temperatur, bei welcher das Oxyd sich reducirte, flüssige Schlackehervorzubringen, und zweitens diente die Oxydation zugleich zur Reini-gung des übrigen Theils des Eisens von Kohlenstoff u. s. w.

Im Grunde genommen kommen die sämmtlichen Rennarbeiten inihren Grundzügen überein, aber es unterscheiden sich die in Heerdenund die in Oefen ausgeführten dadurch, dass bei ersteren Reduction,theilweise Kohlung, Oxydation und Schlackenbildung stets Hand in Handgehen und gleichzeitig unter Nachhülfe durch den Arbeiter geschehen,dagegen bei den Oefen erst die Reduction und theilweise Kohlung, undspäter die Oxydation und Schlackenbildung erfolgt und zwar ohne Zuthundes Arbeiters. Es sind daher insofern die Oefen ein Fortschritt gegendie Heerde, als durch das allmälige Niedergehen der mit Kohlen abwech-selnd geschichteten Erzgichten die im Heerde zu demselben Zwecke noth-wendige menschliche Arbeit erspart wird.

Neuere Rennarbeiten.

Die Vortheile, welche die älteren Rennarbeiten hinsichtlich der Dar-stellung eines vorzüglichen Eisens geboten hatten, und der Gedanke, dasses vernünftiger sei, das im Erze im oxydirten Zustande vorhandene Eiseneinfach zu reduciren, als erst Kohlenstoff, Silicium u. s. w. in dasselbe zuführen und diese Stoffe dann durch einen zweiten Process zu entfernen,gaben Veranlassung zu mancherlei neueren Methoden, die zwar zum Theilmit grossem Geräusch in die Welt gesetzt wurden, von denen sich aberkeine einzige eine allgemeinere, nur wenige eine locale Einführung er-worben haben, deshalb, wie man sehen wird, weil sie keineswegs dieMängel der älteren Methoden vermeiden.

1. Clays Methode.

Die folgende Beschreibung verdankt der Verfasser seinem FreundeMr. Denham Smith, welcher selbst bei Ausführung der mitgetheiltenVersuche im Grossen thätig war. Obschon diese Versuche nicht zu glück-lichen Resultaten führten, so sind sie doch der Mittheilung um so mehrwerth, als bei Operationen, wie die hüttenmännischen es sind, selten so-fort günstige Erfolge erzielt werden.

Die Möglichkeit, rohen Eisenschwamm, welcher durch Erhitzungvon reichem Rotheisenstein in gepulverter Holzkohle erhalten war, zuschweissen, war der Gegenstand von Patenten, welche dem William