248 Chemische Eigenschaften.
cirung zeigte; ja diese Probe besass alle die werthvollen Charaktere desbesten Bombay-Wootz-Stahles ').
Schon früher ist Wootz-Stahl von Faraday 2 ) analysirt worden. Erfand darin 0,0128 bis 0,0695 Proc. Aluminium, und diesem Gehalt glaubter den schönen Damast dieser wohlbekannten Varietät indischen Stahlszuschreiben zu müssen.
Karsten analysirte gleichfalls ächten Wootz, konnte aber darin keinenennenswerthen Spuren von Aluminium entdecken. Er beschreibt die vonihm befolgte Methode der Analyse, welche vollständig richtig erscheint.Er drückt dagegen mit Recht sein Erstaunen über Faraday’s Analyse aus,da nach dieser die Gesammtmenge der Thonerde in dem in Königswasserunlöslichen Theile des Eisens gefunden war, während nach seinen eigenenVersuchen unter Einwirkung von Königswasser auf Wootz nur SpurenKieselsäure ungelöst zurückblieben 3 ). Auch Henry, einer der genauestenund zuverlässigsten Analytiker, konnte in Wootz nicht die geringste SpurAluminium entdecken und äussertc die Meinung, dass das von Faraday ge-fundene Aluminium von mechanisch eingemengter Schlacke hergerührt habenmöchte; denn, sagte er, in den kleinen runden Kuchen, in welchen derWootz gewöhnlich in den Handel kommt und welche auch Faraday zu sei-nen Analysenbenutzte, sind oft kleine Partikelchen Schlacke so innig mit demMetall gemischt, dass sie allen Versuchen der Trennung spotten. Henryzog es daher vor, einen Theil eines aus Wootz angefertigten Stabes zu analy-siren, aus dem durch das Schmieden voraussichtlich die Schlacke mehroder weniger vollständig ausgetrieben sein musste 4 ). Und doch kanndiese Annahme nicht zutreffen, denn Faraday fand in einem Stücke WootzThonerde ohne Kieselsäure.
Da nun, wie Karsten bemerkt, kein Zweifel darüber sein kann, dassFaraday bei seiner Analyse von Wootz eine Substanz erhielt, welche diecharakteristischen Eigenschaften der Thonerde hatte, obschon es schwierigist, eine Erklärung über die Gegenwart der Gesammtmenge dieses Stoffsin dem unlöslichen Rückstand zu geben; da ferner kein Zweifel dar-über obwalten kann, dass Karsten und Henry ächten Wootz frei vonAluminium fanden, so ergiebt sich der Schluss: dass die Qualität desStahls nicht, wie Faraday und Stodart glaubten, von der Gegenwartdes Aluminiums abhängt. Was aber soll man zu der Aluminiumlegi-rung sagen, in welcher doch das Verhältniss des Aluminiums durch Ana-lyse festgestellt wurde, und zu der Thatsache, dass der Zusatz dieser Legi-rung zu Stahl ein in allen Beziehungen dem Wootz ähnliches Metall her-vorbrachte ? Dieser letztere synthetische Beweis, der noch dazu von einemso genauen und gewissenhaften Chemiker aufgestellt wird, spricht wenig-stens dafür, dass Aluminium dasselbe im Stahl bewirkt, was auch andereStoffe im Wootz hervorrufen mögen.
') Quarterly Journ. ante cit. p. 320. — 2 ) Quart. Journ. 7. p. 288. 1819. —
3 ) Eisenhüttenkunde I. S. 484. — 4 ) Phil. Mag. 4. p. 42. 1852.