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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

7. Kohlengebiete von Lancashire, Nord-Staffordshire und

Nord-Wales.

Westlich von dem beschriebenen Kohlenfelde erheben sich die liegen-deren Schichten des Kohlenkalkes von Derbyshire als Sattel, welche nebenBleierzen auch Roth- und Brauneisensteine auf Gängen führen, und daranschliesst sich dann der Gegenflügel des ersteren, das durch Auflagerungneuerer Gebirgsarten in zwei Haupttheile getrennte Steinkohlengebiet vonLancashire (nördlich Manchester), und von Nord-Staffordshire (welches indrei Einzelnmulden zerfällt). Ersteres, so wichtig es auch für die Entwick-lung der Eisenindustrie ist, indem hier hauptsächlich die Verfeinerung desEisens und seine Verarbeitung zu Maschinen zu Hause ist, theilt das Schick-sal des Feldes von Northumberland, d.h. es ist fast leer von Eisensteinen.Die Felder des südlichen Theiles sind dagegen reich an Eisensteinen, diebesonders in dem bedeutendsten, dem sogenannten Thonwaaren-Gebiet (Goalfield of the Potteries) schon seit alten Zeiten ausgebeutet wurden. Wirfinden hier indem hängendsten etwa 1000 Fuss starken Theile des Kohlen-gebirges nureinl8Zoll starkes Lager von Sphärosiderit, in dem folgenden1000 bis 1400 Fuss mächtigen Theile dagegen 10 bis 12 bauwürdige Flötzedavon, während die dritte und vierte zusammen 2200 bis 3200 Fuss mäch-tige Abtheilung fast ganz leer ist. Viele, besonders der hangenden Eisen-steine bilden zusammenhängende Flötze und haben den Charakter der Black-bands. Von untergeordneter Bedeutung sind die beiden anderen Kohlen-felder, das von Wetley ohne erwähnenswerthe Eisensteinvorkommnisseund das von Cheadale mit einem noch nicht 2 Fuss mächtigen und meh-reren noch unbedeutenderen Eisensteinflötzen.

Schreiten wir noch weiter westlich über Chester hinaus, so erhebtsich von Neuem das Kohlengebirge aus den jüngeren Bedeckungen, ehedie alten silurischen Schiefer von Nord-Wales auftreten. Dies ist dasKohlenfeld von Flintshire, ein schmaler Streif von der Mündung des FlussesDee bis nach Ossvestry. Es besitzt zwar Flötze von Sphärosideriten, abermeist von sehr armer Beschaffenheit, so dass ihr durchschnittlicher Eisen-gehalt 25 Proc. nicht übersteigt. Auch die hier vorkommenden Kohlen-eisensteine sind geringer Qualität.

8. Kohlengebiete von Süd-Staffordshire und Shropshire.

Südlich von den Kohlengebieten von Derbyshire, Nord-Staffordshireund Flintshire vereinigen sich der bis dahin in zwei Streifen von Nor-den nach Süden herabziehenden New-red- und Permian-sandstone zu einerbreiten Zone, welche sich, erst bei Worcester wieder schmälerwerdend, bis andie Südküste bei Exmoutb hinunterzieht. Aus diesem breiteren Theil er-hebt sich an mehreren Stellen inselartig das Steinkohlengebirge, und er-