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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

v. Belgien 1 ).

a. Vorkommen.

Die Eisenerze Belgiens gehören im Wesentlichen den älteren Kalken,der Kohlenkalk- und devonischen Formation (D umouts Terrain an-thraxifere) au. Es sind theils mulmige Brauneisensteine, theils enkrini-tische und oolithische Rotheisensteine.

Man kann sie in drei Gruppen trennen, deren erste die ProvinzenHainaut und Namur, die zweite die Provinz Lüttig, die dritte dieProvinz Luxemburg umfasst, und deren jede sich wieder in einzelneUnterabtheilungen bringen lässt.

1. Hainaut und Namur.

a. Provinz Hainaut.

Die Eisenerze dieser Gruppe sind unbedeutend, sie kommen in derUmgegend von Charleroy, südlich des Kohlengebirges, auf den älterenKalken vor, bilden die Fortsetzung der Lagerstätten von Namur undbestehen aus mehr oder weniger zersetzten Spatheiseusteinen.

b. Provinz Namur, links der Sambre.

Im Norden der Kalkbänke, welche das Kohlengebirge an der Sam-bre begrenzen, findet sich ein Streifen Schiefer, welcher jenes von meh-reren Kalk- und Dolomitlagen trennt, während diesen letzteren nochnördlicher wieder ein Streifen von kiesligem Schiefer folgt. In dieserKalkzone finden sich vorzüglich die Eisenerze gangförmig als Braun-eisenstein, während in den Schiefern lagerförmige ltotlieisensteine auf-treten. Uebrigens stehen beide Arten des Vorkommens in innigem Zu-sammenhänge. Die bedeutendsten Rotheisenerzlager dieser eisenreichenGegend finden sich zwischen Yezin, nördlich von Namur, und der Ebenevon Ligny in ausgezeichneter Qualität. Sie bestehen in einem violetfar-bigen Erz (fer oligiste viölet ) von körniger Textur und sind aus sehrgleichmässigen blaugrauen Körnern zusammengesetzt, welche durch einrothes Bindemittel verkittet sind. Die Brauneisenerze der Gänge sindim Allgemeinen von schlechterer Beschaffenheit als die beschriebenenRotheisensteine. Sie finden sich besonders in der Gegend von Franc-waret, wo der Gang von Gelbressee der ausgezeichnetste, und bei Ligny,wo zahlreiche Gänge eine breite Zone einnehmen.

c. Gebiet zwischen Sambre und Maas (iEntre-Sambre-et-Meuse).

Die Grenzen der zahlreichen Kalk- und Schieferzonen dieses Gebietessind reich an Brauneiseüerzniederlagen, welche im Allgemeinen als ober-

J ) Vergl. Traite de la fabrication de la fonte, par B. Valerius, 1851.