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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Trockene Probe.

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Flussmittel und bildet schmelzbare Verbindungen mit Kieselsäure und Sili-caten. Man kann ihn entweder an Stelle von Kalk oder in Mischung mitdiesem benutzen, oder als Ersatz für Thon. Er enthält 51,28 Proc. Cal-cium, 48,72 Proc. Fluor; 100 Tlieile Flussspath sind 72 Theilen Kalkäquivalent.

Das Probenehmen.

Man wählt zur Probe mehrere Pfund Eisenerz aus der Halde oderder Lagerstätte an verschiedenen Stellen, so dass man einen angemessenenDurchschnitt des Vorkommens erhält. Die Stücke werden zerkleinert, gutgemengt und auf einen flachen Boden kreisförmig ausgebreitet. Hiervonwird der vierte Theil und zwar in Gestalt von zwei sich diametral gegen-überliegenden Octanten des Kreises genommen, gröblich gestossen, wie-derum ausgebreitet und so bei immer fortschreitender Zerkleinerungfortgefahren, bis der Rest von einigen Grammen durch ein Sieb mit 40bis 60, auch wohl 80 Maschen auf den Längenzoll geht.

Während die anfänglichen Zerkleinerungsoperationen auf gusseiser-nen Platten und mit eisernen Stampfen oder Hämmern geschehen können,ist es zweckmässig, die zuletzt erhaltenen Mengen in Porzellanmörsernzu behandeln, da dann bei Anwendung eiserner Mörser das abgeriebeneMaterial schon Einfluss auf die Ermittelung des Eisengehaltes haben würde.Hat man es mit Erzen, welche in ihrer ganzen Masse sehr gleichmässigsind, zu thun, wie dies oft bei Thoneisensteinen der Fall ist, so genügtes auch, ein ausgeschlagenes Stück sofort zu pulvern und von diesemPulver das Probemehl zu entnehmen. Meist trocknet man das Erz bei110° oder 120° C., um das hygroskopische Wasser zu vertreiben, da derGehalt an diesem nach den verschiedenen Witterungsverhältnissen sehrwechselt und daher besser für sich ermittelt wird. Dies gilt besondersfür milde Brauneisenerze. Zur Probe wendet man je nach der Grösseder Tiegel verschiedene Mengen an.

In Berlin nimmt man einen halben Probircentner = 1,875 Gramm.

Bescli ickungsverhältnisse.

Die Zuschläge müssen qualitativ nach der Beschaffenheit der das Erzbegleitenden Gangarten und quantitativ nach deren relativer Menge undder absoluten Menge des angewendeten Probegutes verschieden sein. Eskommt in allen Fällen darauf an, dieselben so abzumessen, dass eine gutgeflossene, reine Schlacke in hinreichender Menge erhalten wird, um denMetallkönig vollständig zu bedecken. Eine Hohofenschlacke von folgen-der Zusammensetzung mag man als Typus der wünschenswerthesten Pro-birschlacke ansehen:

AL 0 3 , Si 0 3 -f- 2 (3 Ca 0, Si 0 3 ) oder2 Al 2 0 3 , 3 Si0 2 + 6 (2 CaO, Si0 2 ).