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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Nasse Probe.

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Es hatte sich mithin nach der ersten Bestimmung die Maassflüssig-keit in 12 Monaten geändert um 0,057, nach der zweiten um 0,045 Grains.

/um Vergleiche, welchen Einfluss organische Substanzen haben,mögen folgende Beispiele dienen :

1) Ein Kohleneisenstein mit 6,96 Proc. organischer Substanz lie-ferte folgende Resultate:

Proc. Eisen

a) Mit einer titrirten Lösung von doppeltchromsau-

rem Kali (1000 Gewichtstheile = 4,87 Gcwichts-theilen Eisen) und einer Lösung des Erzes ohneFiltration. 26,785

b) Ebenso nach vorherigem Glühen. 26,785

e) Mit einer titrirten Lösung von übermangansaurem

Kali (1000 Gewichtstheile = 4,88 Gewichtstheile

Eisen) nach Filtration. 26,783

d) Ebenso ohne Filtration. 29,28

Bei d) war seihst dann die rosa Farbe noch nicht beständig, alsman noch mehrere Cubikcentimeter Lösung hinzugesetzt hatte.

2) Kohleneisenstein von Bloxwich mit 30 Proc. organischer Substanz.

Proc.

a) Eisen gefunden mit übermangansaurem Kali in der

Lösung des vorher gerösteten Erzes. 28,44

b) Mit doppeltchromsaurem Kali nach Abfiltrirung der

organischen Substanz. 28,47

c) Ebenso ohne Filtration. 28,38

d) Ebenso mit einer andern doppeltchromsauren Kali-lösung . 28,30

Indessen hatten sich bei Gegenwart der organischen Substanz anfäng-lich, wo die Lösung nicht hinlänglich verdünnt war, nur 26,85 und 26,77Proc. ergehen. Es zeigte sich aber, dass der Irrthum nur einen mecha-nischen Grund hatte, denn als man filtrirt hatte, konnte man einen wei-teren Zusatz der Maassflüssigkeit geben, und fand den angegebenen Pro-centgehalt.

Vergleicht man nun die Vortheile und Nachtheile der beiden erläu-terten Methoden mit einander, so hat die Anwendung des übermangan-sauren Kalis den Vorzug, dass man ohne weitere Hülfsmittel und ohnePrüfung die Vollendung der Reaction an einer leicht und scharf zu er-kennenden Farbe wahrnchmen kann, dass man also in sehr kurzer Zeitseinen Zweck erreicht, während beim doppeltchromsauren Kali eine um-ständliche Tüpfelprobe nothwendig ist.

Dagegen hat die Anwendung des doppeltchromsauren Kalis folgendeVortheile:

1) Das Salz ist käuflich fast rein zu haben, während das Chamäleonkrystallisirt schwieriger darzustellen ist.

2) Die Lösung hält sich für eine sehr lange Zeit unverändert.