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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

halben Fuss hoch bedeckt und in eigentümlich gestalteten Stalaktitenvon der Feuerwand über den Formzacken herabhängt.

In der dritten Zone greift nun die Reduction stark um sich. DieErzstücke sintern jetzt mit ihren Kanten zusammen, ohne wesentlichihre Form zu verlieren. Das metallische Häutchen bildet sich zu einerwirklichen Kruste von 0,002 und mehr Meter aus. Der Kern geht ineine weiche Masse 'über und zeigt sich vollständig verschlackt und auf-getrieben, namentlich in der Nachbarschaft der metallischen Kruste. Indem tieferen Theil dieser Zone, wo die Temperatur etwa 1000° C. sein soll,schreiten die beschriebenen Vorgänge rasch vorwärts und die Stücke mitihrer Kruste runden sich ah. Schlägt man jetzt ein solches Stück ent-zwei, so zeigt sich stets eine schlackige, etwas metallische Masse inner-halb einer schmiedbaren Hülle von dunkelgrauer Farbe und häufig demAussehen und dem Korne des weissen Roheisens, aaa in Fig. 37.

Frangois beschreibt dies.

Fig. 37.

stahlartige Eisen (/er acie-reux ), als vexunreinigtdurch schlackige und oftkrystallinische Substanzen.Die äussere Oberfläche istbesetzt mit Tropfen einerschmutzig grünlich-gelbenSchlacke, welche durch diePoren der Hülle geschwitzt,oft mit blossem Auge, stetsunter der Lupe sichtbarist und in Fig. 37 dieBezeichnung ccc erhaltenhat. Die Innerfläche derKruste ist mit sich ver-

zweigenden stalaktitenartig vorspringenden Eisentheilchen (aaa) besetzt,welche das Anwachsen des metallischen Eisens von innen heraus anzeigen.Die innere Masse nämlich setzt hei fortschreitender Reduction Eisen andiese Vorsprünge ab, deren Enden in eine sehr flüssige und aufgeblähetechokoladenfarbige Schlacke eingetaucht sind, die reich an mikroskopischenKügelchen metallischen Eisens ist. Der innerste Kern hat eine metallischschwarze Farbe, ist glasig und vollständig verschlackt. Er ist erfülltvon Metallkügelchen und zeigt zahlreiche mikroskopisch kleine kugel-förmige Hohlräume, deren Zahl und Grösse nach Aussen zu wächst. DieHohlräume beweisen, wie Francois bemerkt, die Entwicklung und dasAufsteigen von gasförmigen Producten.

Frangois hat die folgende Analyse des inneren Keims eines Erz-stückes in diesem Stadium mitgetheilt, welchen er als halbgeflossen, bla-senreich, teigig, von metallschwarzer Farbe und glasiger Textur beschreibtund dessen mittleres specifisches Gewicht er zu 4,699 fand.