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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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551
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Cataloiiische Livppenfriscliarbeit. 551

Jetzt verarbeitet man auf den wenigen noch bestehenden Feuernjener Gegend nur noch Roheisen und altes Schmiedeisen.

Auf der Tripalda-Hiitte, wo man während des grösseren Theils einerCharge 6,00 Kilogramm Luft pro Minute in das Feuer blies, errichteteman zuerst einen Flammofen mit flacher Sohle, welcher die aus dem ca-talonischen Feuer entweichende Flamme aufnahm; seine Längsaxe warparallel der Axe der Form. Später bauete man einen ähnlichen Ofenzu Prato-Hütte mit seiner Längsaxe rechtwinklig zur Axe der Form.Das eine Ende des Ofens war mit dem Feuer durch eine gemauerte Haubeverbunden, welche sich direct über letzterem in passender Höhe befand.Am anderen Ende befand sich eine Aufgebeöffnung, unmittelbar dar-über war innerhalb des Ofens eine verticale Kammer, sie möge C ge-nannt werden, welche am Boden einen Rost und an einer Seite eine Thürhatte, nach oben zu aber in die Esse endigte. Die abgehende Flammedes Feuers wurde so durch die Haube in den Flammofen geleitet, be-spülte dessen Sohle, erhob sich dann vertical durch den Rost in die ge-nannte Kammer (C) und entwich von da durch die Esse.

Das in etwa kopfgrossen Stücken angelieferte Erz wurde nun aufdem Rost, welcher den Boden der Kammer G bildet, stark erhitzt, wobeies Geruch nach schwefliger Säure entwickelte, auch wenn man selbstunter der Lupe keinen Schwefelkies darin entdecken konnte. War es soeine Zeit lang geröstet, so wurde es herausgezogen und noch heiss inWasser abgeschreckt, wodurch es leicht zerbrechlich und porös wurde.Es hatte 5 Proc. an Gewicht verloren. Hierauf wurde es in Stücke undgrobes Pulver zerschlagen und dann auf einer vorher auf die Sohle desFlammofens geschütteten Lage Holzkohlen eben ausgebreitet. Die Holz-kohle war, wie Versuche gezeigt haben, unentbehrlich. Das Erz, welchesso in Berührung mit Holzkohle und unter der reducirenden Einwirkungder Gase aus dem catalonischen Feuer während der ganzen Dauer einerCharge einer ziemlich hohen Hitze ausgesetzt war, verlor hierbei 10bis 12 Proc. Sauerstoff. Die Holzkohlenunterlage wurde bei dieser Ope-ration ganz verzehrt. Schliesslich wurde einiges Gusseisen und Schmied-eisenabfall dem Erze zugefügt und die ganze noch heisse Beschickung inden zu ihrer Aufnahme vorgerichteten Heerd vermittelst einer Kratzegezogen. Bei Anwendung dieser Vorbereitungsarbeiten konnten täglichfünf statt vier Chargen gemacht werden, während an Brennmaterial sehrgespart, die Qualität des Eisens verbessert und ein etwas grösseres Aus-bringen erzielt wurde. Man hatte hauptsächlich darauf zu achten, dassder Flammofen niemals so heiss wurde, dass das Erz darin sinterte odergar schmolz.

In diesen Hütten befanden sich auch besondere Oefen zur Erhitzungdes Eisens für das Ausrecken desselben zu Stäben, deren abgehendeFlamme gleichfalls mit grossem Vortheil zur Erhitzung von Flammöfenangewendet wurde. Letztere waren zwar kleiner, sonst aber in allenBeziehungen den beschriebenen ähnlich, mit Ausnahme davon, dass der