l. Gruppe. Fische.
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größten Stille bei angebrannten Lichtern, durch deren Schein sie sich an-locken lassen, in großen Massen in den Maschen der »Netze gefangen wer-den. In Sardinien und an den Küsten der Bretagne, ferner an den Küstenvon Algarbien und Portugal beschäftigen sich außerordentlich viele Menschenmit dem Fange der Sardellen und allein an den bretagneschen Küsten ziehen mit-unter iOVÜ—12ÜÜ Fischerbarken, jede mit 2 Mann besetzt, auf den Fang aus. —Man ißt die Fische entweder frisch oder, was am häufigsten geschieht, mansalzt sie ein, wozu sich besonders die spät eingefangenen am besten eignen.Um sie einzusalzen, entleert man sie vorerst von ihren Eingeweiden und reißtihnen den Kopf ab, nach dem Vorurtheil, daß in ihm die Galle stecke, legtsie dann lagenweise mit Salz in die Tonnen und schlägt diese zu. Die inden nördlichen Meeren gefangenen Sardellen sind fast immer größer, alsdie aus dem Mittelmeere. Man benutzt sie wie den Hering, doch istihr Fleisch zarter. Den Abfall verwendet man mit Vortheil zu Thran,welchen sowohl die Gerber benutzen, als er auch zum Brennen in Lampengebraucht wird.
Sorten unterscheidet man zwei, nämlich die eigentlichen Sar-dellen und die Anchovis; erstere sind die größeren, letztere die kleine-ren, weniger platten und besseren, welche ohne Schuppen und nur mit einerdünnen Gräte versehen sind.
1) Anchovis, die bessere und feinere Gattung von delicatem Ge-schmack, wird besonders an den französischen Küsten gefangen und in St. Tra-pez, Frejus, Canne u. s. w. eingelegt. Man unterscheidet:
französische, die kleineren und ohne Köpfe, wodurch sie sich vonden italienischen unterscheiden; sie werden in Fäßchen von 24 und 12 Pfd,versendet;
lb) spanische und portugiesische, werden leicht thranig, habendie Größe der französischen, sind noch mit den Köpfen versehen und haltensich nicht lange;
v) italienische, aus Livorno, Genua, Rom, Venedig u. s, w., findgrößer als die französischen und haben noch die Köpfe;
ck) norwegische oder Christiania-Anchovis, eine äußerst ge-würzhaft schmeckende, mit Dragunkraut eingemachte Sorte, welche nament-lich viel nach Norddeutschland gesendet und hier sehr geschätzt wird.
2) Die eigentliche Sardelle. Man benennt die verschiedenenSorten dieser Gattung ebenfalls nach den Ländern, an deren Küsten sie ge-fangen, eingesalzen, verpackt und versendet werden, und unterscheidet:
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