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Praktische Anleitung zum Traçiren der Eisenbahnen / von Joseph v. Traunfels
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Man ersieht ans dieser Tabelle, daß der Einfluß der Schwere biszn einer Steigung von z^tel noch ziemlich klein ist, von da an aberbis zn einem ^^tel (wobei schon der Ofache Betrag des bei ^'yntelvorkommenden Widerstandes erreicht wird) bedeutend schneller zunimmt,und bei ^stel schon das fünfzigfache des ersten Widerstandes erreicht hat.

Da es aber im Allgemeinen nicht möglich sein wird, stets so sanfteGefalle zn erhalten, daß deren Einfluß vernachlässigt werden kann, so istes nothwendig, die größten zulässigen Steignngsverhältnisse für gegebeneBedingungen in Rechnung zu ziehen.

Der Widerstand eines Eisenbahntrains auf horizontaler Bahn kannmit einer für die Prazis hinlänglichen Genauigkeit als proportional demBruttogewichte des Zuges angesehen werden.

Es läßt sich dieser Widerstand somit ausdrücken durch die Formel:VV I'?, wo ? das Bruttogewicht des Zuges bedeutet, und 1 ein Koef-ficient ist, welcher aus zwei Faktoren besteht; erstens aus dem Reibungs-koefficienten der Radachse in den Lagerbüchsen und der Radreifen auf denSchienen, zweitens aus dem Widerstände der Luft, welcher vorn Brutto-gewichte nahezu unabhängig ist, und daher für gleiche Geschwindigkeitenals eine konstante Größe betrachtet werden kann.

Mr. Gooch hat für den Koefficienten k nach vielen Versuchen eineFormel ausgestellt, bei welcher der Widerstand der Luft für Geschwindig-keiten bis zu 10 engl. Meilen pro Stunde vernachlässigt ist, aber bei Ge-schwindigkeiten über 10 Meilen, im einfachen Verhältnisse mit deren Ver-größerung wächst.

Nach dieser Formel ist:

1 0.00268 (l Z-

wo v die Geschwindigkeit in englischen Meilen per Stunde bezeichnet.Bei einer zweiten Formel von D. R. Clark ist angenommen, der Luft-widerstand wachse geradezu im quadratischen Verhältnisse mit der Ge-schwindigkeit.

Nach dieser Formel ist:

- - " ««« (, 7

wobei wie vorhin v die Geschwindigkeit des Zuges in englischen Meilenbezeichnet.

Beide Formeln stimmen mit den praktischen Versuchen, mit einer fürdiese Zwecke hinlänglichen Genauigkeit überein. In nachstehender Tabellefindet man den, für verschiedene Geschwindigkeiten aus beiden Formeln be-rechneten Koefficienten s.

Da der Reibungskoefficient der Radachsen und der Radreifen mit derGeschwindigkeit nichts zu thun hat, außer daß er bei großen Geschwindig-keiten etwas kleiner wird, so ist die Zunahme des Koefficienten 1 lediglichdem vermehrten Luftwiderstände zuzuschreiben, und der Uebersicht halber istdieser Widerstand in einer separaten Kolumne beigefl»gt.