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Praktische Anleitung zum Traçiren der Eisenbahnen / von Joseph v. Traunfels
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führen, einige Bemerkungen an dieselben zu knüpfen und die glückliche Lö-sung der konkreten Aufgaben dem richtigen Urtheile des Tracirenden zuüberlassen.

Der erste Punkt, auf den man bei der Wahl der Lage einer Tracesein Augenmerk zu richten hat, ist ihre Höhe in Bezug auf die natürlicheErdoberfläche, und die vorhandenen Bauwerke.

Was die Höhe der Bahn über dem natürlichen Terrain anbelangt, soist zu bemerken, daß die Ausführung der im Vorhergehenden angedeutetenBestimmungen über die Trockenlegung des Planums mit den möglichst ge-ringsten Kosten die relative Höhe der Nivellette bedingt.

Man wird also, falls es die Terrainverhältnisse zulassen, die Nivel-lette nur in den seltensten Fällen in das Niveau des natürlichen Terrainslegen.

Denn die Trockenlegung des Schotterbettes ist schon selbst bei ganzniedrigen Dämmen eine weit zuverlässigere, als wenn die Nivellette in derTerrainoberfläche liegt, wenngleich die zu beiden Seiten angebrachten Grä-ben kleinere Wassermengen abzuleiten vermögen. Denn im letzteren Falleist es ja leicht denkbar, daß durch heftige Regengüsse, unvorhergesehene Lo-kalüberschwemmungen rc. selbst die 2 Fuß tiefen Seitengräben vollkommengefüllt und somit auch das Schotterbett mit Wasser getränkt wird, wogegenkück- ^ einer bedeutenderen Wasserquantität bedarf, um den Wasserspiegel

auf der ausgedehnten Terrainoberfläche nur um einige Zolle zu heben.

Es ist daher schon aus dieser Rücksicht immer anzurathen, die Nivel-lette um wenigstens l Fuß über den Erdboden zu erhöhen. Diehieraus erwachsenden Mehrauslagen sind verschwindend gegen den dadurcherzielten Vortheil.

veise Manchmal wird man jedoch nicht umhin können, je nach der Beschaf-

fenheit des Terrains die Nivellette vollkommen ins Terrain zu legen. Nie-der ser Fall tritt immer dann ein, wenn ein Damm in einen Einschnitt über-

> der geht. Dieser theoretische llebergaugspunkt heißt der Nullpunkt der Ni-

) der vellette.

dem Es ist einleuchtend, daß in der Natur, wenn die Terraiuübergänge

oder sehr sanft sind, dieser llebergaugspunkt eben kein mathematischer Punkt mehrsein kann, sondern die Bahn durch eine mehr oder minder lange Strecke:gem im Niveau des Bodens liegen wird. Diese Fälle sind jedoch so unterge-bnes ordneter Natur, daß sie füglich nicht weiter beachtet zu werden brauchen.

Noch gebieterischer tritt die Nothwendigkeit, die Bahn über das na-daß türliche Terrain zu erhöhen, ein, wenn dieselbe durch das Jnundationsge-^- biet eines Flusses oder See's führt. Dieser Fall erheischt stets die größteVorsicht, da es nur zu leicht vorkommen kann, daß durch Nichtbeachtung>roße dieses llmstandes oder durch unrichtige Angaben des höchsten Wasserstan-daß des arge Kalamitäten herbeigeführt werden.

ent- Die 'Nivellette ist in einem solchen Falle immer mindestens 2 Fuß

efern über den höchsten Wasserstand zu erhöhen, und dort, wo die Wasserfläche

it in zur Zeit der Ueberschweiumung eine so bedeutende Ausdehnung gewinnt,

s den daß der Wellenschlag die Dammkrone zu erreichen vermöchte, ist diese Höhe

entsprechend zu vergrößern. 5 bis 6 Fuß über dem höchsten Wasserstandeg al- durfte hierbei für alle Fälle als Maximum der Nivellettehöhe angesehen

voll- werden, sobald nicht aus andern Rücksichten eine-Erhöhung derselben er-

inzu- forderlich sein sollte.