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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Emplastrum Plumbi simplex.

diesem Grunde soll die Operation am Morgen anfangen , damit Abends schoneine solche Consistenz erlangt ist, welche kein solches Absetzen der Glätte überNacht mehr befürchten lässt. Von nun an hat man weiter nichts zu thun, alsalle zwei bis drei Stunden einmal tüchtig umzustechen und durchzurühren, da-mit Alles gleichförmig gemengt werde, bis das Pflaster die gehörige Consistenzerlangt hat, wozu, je nach der Intensität des Feuers, zwei bis drei Tage gehö-ren. Man hält den Kessel in der Zwischenzeit immer gehörig bedeckt, umStaub abzuhalten. Sollte die Operation auch vier bis fünf Tage dauern, so hatman damit nicht mehr Mühe, als mit dem Ansetzen einer Tinctur, welche vonZeit zu Zeit einmal umgeschüttelt wird. Hat man nur kleinere Kessel zurDisposition, so wiederholt man die Operation mehrmals, bis die genügendeMenge des Pflasters dargestellt ist. Man bringt den grössten Theil in die Formdicker und langer Cylinder von 2 bis 2% Zoll Durchmesser, weil das Meistezur Darstellung anderer Pflaster verbraucht wird. Auch sind die dicken Stückeweniger dem Austrocknen ausgesetzt, als die dünnen. Für die Apotheke bringtman eine kleinere Menge in Stangenform, weil es als Zusatz zu Magistralfor-meln gebraucht wird.

Man hat noch eine dritte Methode vorgeschlagen, dieses Pflaster durchZersetzung basisch essigsauren Bleioxyds mit venetianischer Seife darzustellen.Allerdings wird dadurch ein Pflaster von constanter Mischung und frei von je-dem Gehalte unverseifter Fette erhalten. Allein gerade aus diesem Grundewird dieses Pflaster so hart, spröde und pulverig, dass man ihm eine gewisseMenge Olivenöl oder Schweineschmalz zuschmelzen muss, um ihm die richtigeConsistenz zu geben. Ein ökonomischer Vortheil ist nicht dabei, da man indem Bleizucker und der Oelseife schon Arbeiten bezahlt, die man selbst aus-führen oder ersparen kann; denn die Oelseife wird aus Olivenöl, der Blei-zucker aus Bleiglätte bereitet, aus welchen beiden Stoffen ohne weitere Vorbe-reitung auch das Bleipflaster hergestellt wird. Um einen Theil dieser Arbeits-kosten zu gewinnen, müsste man aus den wässerigen Flüssigkeiten wenigstensdas essigsaure Natron darzustellen suchen; was natürlich keine Schwierigkeitendarbietet.

Wir haben nun noch etwas über den theoretischen Theil dieses Präparateszu verhandeln.

Schon Scheele bemerkte dass in dem Wasser, welches sich unter demBleipflaster befand und worin es ausgeknetet wurde, ein eigenthümlicher süsserKörper enthalten war, der sicji bis zur Syrupsconsistenz eindicken, aber nichtkrystallisiren liess, und der vorher weder im Oele, noch in der Bleiglätte vor-handen war. Da er nur aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff besteht, sokönnen seine Elemente nur aus denen des fetten Körpers abgeleitet werden.Ferner fand man, dass, wenn man das gebildete Pflaster oder die durch einenähnlichen Process gebildete Seife durch eine Säure wieder zersetzt, das ausge-schiedene Fett ganz verschiedene Eigenschaften im Vergleiche zu seinem frühe-ren Zustande angenommen hat. Diese veränderten Fette haben meistens einenhöheren Schmelzpunkt, eine andere Löslichkeit in Weingeist und Aether, unddie Eigenschaft, sich viel leichter mit basischen Körpern und ohne fernereBildung des süssen Körpers aufzulösen, angenommen. Sie qualificiren sich alswirkliche, wenn auch schwache Säuren. Der Zusammenhang dieser Erschei-nungen ist mit der grössten Gründlichkeit und Umsicht von Chevreui unter-sucht und ermittelt worden. Durch die Untersuchungen von Pelouze ) istdie Zusammensetzung des Oelsüsses festgestellt worden, und durch die gernein-

*) Annalen der Pharmacie XIX., 210 u XX. 46.