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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Emplaatruni Plumbi simplex.

müsse man ihm basische Eigenschaften zuschreiben. Dieses werde auch dadurchbestätigt, weil es durch basische Körper aus seinen natürlichen Verbindungenmit den Fettsäuren ausgeschieden werde.

Die natürlichen Fette sind nach dieser Ansicht salzartige Verbindungen unddie Seif'enbildung ist eine einfache Zersetzung, aber mit keiner Bildung einesneuen Körpers verbunden. Um hierin noch mehr Analogie mit den Salzen deranorganischen Chemie zu bringen, hat man das Glycerin als ein Oxyd oon-struirt, und denjenigen Theil, der nicht Sauerstoff ist, als ein Radical Glycyl,C 8 H 7 , aufgestellt, wonach die natürlichen Fette Verbindungen der Fettsäuren mitGlycyloxyd seien.

Wir wollen nun auf die Haltbarkeit dieser Gründe etwas naher eingehen.

Die Ansicht , dass das Glycerin oder das Glycyloxydhydrat in den natür-lichen Fetten fertig gebildet vorhanden sei, findet keine Unterstützung in demFactum, dass aus einer Menge von Körpern derselbe Stoff durch eine ganzgleiche Behandlung hergestellt wird. Eine Menge von Körpern geben durchBehandlung mit Kali in hoher Temperatur oder mit Salpetersäure Kleesäure,viele entwickeln durch trockene Destillation Essigsäure, andere Ölbildendes Gas.ohne dass man daraus auf einen gemeinschaftlichen Bestandtheil Schliessen kann.Die Zusammensetzung aller hat eine gewisse Aehnlichkeit, dass sie bei ganzgleicher Behandlung einen übereinstimmenden, unter mehreren nicht überein-stimmenden Körpern bilden.

Die Art der Ausscheidung zeigt aber ganz deutlich, dass das Oelsüss nichtfertig gebildet im Fette enthalten ist. Die Bildung der Seife und die Ausschei-dung des Oelsüsses geht so langsam vor sich und fordert eine solche Anwen-dung von Wärme, wie keine Zersetzung von denjenigen, wobei die Bestand,theile fertig gebildet vorhanden sind. Bedenkt man , eine wie schwache Basisdas Glycerin im Vergleich zu dem concentrirten Aetzkaii und Aetznatron tsi;so wäre es auffallend, wenn es nicht bei der ersten innigen Mischung und Er-wärmung aus der Verbindung austrüte. Dagegen zeigt die Seifenfabrikation,«lass Aetzlauge und Fett stundenlang mit einander fast ohne alle Einwirkungin Berührung bleiben, und die vollständige Seifenbilduug erst nach tagelaugeinEinwirken zu Stande gekommen ist. Diese langsame Zersetzung ist immer einZeichen, dass ein neuer Körper gebildet werde. Sie hat die grösste Aehulich-keit mit den Erscheinungen der Gährung und der Zersetzung der zusammen-gesetzten Aetherarten durch basische Oxyde.

Die basische Natur des Glycerins kann durch Nichts nachgewiesen werden.Es ist ein vollkommen neutraler indifferenter Stoff', von dem man wegen Man-gels an Verbindungen kaum die Elementaranalyse machen konnte. Die vonPelouze entdeckte allereinzige, wirklich hergestellte Verbindung mit Schwe-felsäure ist weit entfernt, der genannten Theorie zur Stütze zu dienen. Wollteman daraus auf die basische Natur des mit der Schwefelsäure verbundenenKörpers Schliessen, so muss man sich erinnern, dass man in gleicher Art auchdie Benzoesäure, die Holzfaser, das Fuselöl und das Naphthalin als basischeKörper erklären könnte. Allein die Glycyloxydschwefelsäure ist eine von jenenVerbindungen, in denen keine Schwefelsäure enthalten ist: sie giebt mit Baryt-salzen keinen Niederschlag. Diese Reaction ist zwar nur eine, allein sie schliesstein ganzes Hundert von Reactionen in sich. Sie sagt, dass diese Säure mitNatron kein Glaubersalz, mit Kupferoxyd keinen blauen Vitriol etc. etc. bildet,kurz, sie schneidet mit einem Male alle Eigenschaften ab, an denen wir dieSchwefelsäure erkennen. Wie bei der Aethertheorie erlaube ich mir hier denSatz auszusprechen, dass alle Verbindungen, die mit Barytsalzen keinen schwe-felsauren Baryt fällen, keine Schwefelsäure nach gemein-chemischen Begriffenenthalten.