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Extractum Aconiti.
die Pharmacopoe das Gewicht der abgedampften Flüssigkeit auf 2 Pfund be-stimmt, erkenne ich für einen Vorzug der Vorschrift an, vor dem unbestimmtenAusdrucke Syrupdicke.
Die Pharmacopoe lässt nur bis 40 bis 48° R. (50 bis 60" C.) erwärmenund eindampfen. Diese Temperatur ist noch nicht jene der Coagulation desPflanzeneiweisses. Die vollständige Ausscheidung desselben geschieht erst späterdurch den Weingeist. Ein Theil des Eiweisses scheidet sich aber auch schonbei der niedrigen Temperatur aus, weil dieselbe doch durch Vermischen heis-serer Bodenschichten mit der kalten Flüssigkeit entsteht. Wenn der Saft von10 Pfund Sturmhutkraut, welches ziemlich trockener Natur ist, und welchemnoch 1 bis 1% Pfund Wasser in der zweiten Pressung zugesetzt wurden, biszu 2 Pfund Gewicht verdampft ist, so hat er noch keine Syrupconsistenz an-genommen, die erste Concentration der Pharmacopoe ist also weit geringer, alsich sie vorgeschrieben habe. Es wird nun dem eingedickten Safte gleichesGewicht (Pharmacopoea univermtis: gleiches Volum) 90procentischen Weingei-stes zugesetzt. Die Pharmacopoe gebraucht dabei nothwendig viel mehr Wein-geist als meine Vorschrift, weil die syrupdicke Flüssigkeit bereits mehr Wasserverloren hat, und da dieser Weingeist ganz verloren geht, so vertheuert er dasExtract um ein Bedeutendes, ohne dass man eigentlich sieht, warum die Wieder-gewinnung des Weingeistes durch eine Destillation im Dampfbade nicht zulässigsei. Die Vermeidung einer höheren Temperatur kann bei jedem Extracte einebesondere Ursache haben. Hat man beim Aconitextract die Vermeidung jederVerflüchtigung des Aconitins im Sinne, so ist zu bemerken, dass dieses Alkoloidkeines von den flüchtigen ist, dass es nicht durch Destillation, sondern durchAusziehen und Fällung gewonnen wird. Bei mehreren der in Vorschlag undAnwendung gekommenen Methoden zur Darstellung des Aconitins kommt Kochenund Destilliren vor, und diejenigen, welche es ängstlich vermeiden, geben dafürkeine Gründe an. Was die Verlängerung der Zeit des Abdampfens bei derniedrigen Temperatur betrifft, so ist dieser Punkt genügend im vorigen Artikelbesprochen worden, so wie auch jener über die Herstellung eines Dampfbadesvon so niedriger Temperatur. Wenn man grosse Mengen einer wässerigenFlüssigkeit in demselben Gelasse eindampft , indem man das Gefäss immer vollhält, so müssen die ersten Flüssigkeiten sehr lange in der Wärme bleiben. Hierfällt uns gerade eine Abdampfungsmethode ein, welche ihrer Zeit viel Aussehengemacht hat und sehr wirksame Extracte lieferte. Es waren dies die ExtractaStörckeana, welche durch Verdunsten auf flachen Tellern erhalten wurden. Hät-ten sie nicht das Pflanzeneiwciss enthalten, welches mit der Zeit unter Ammo-niakentwickelung in Fäulniss gerieth, und wären sie nicht mit dem ganzen Bal-laste von Schleim und gummigen Bestandtheilen beladen gewesen, so liesse sichdieser Methode kein Vorwurl' machen. Die Flüssigkeit, auf flachen Tellernin 2 bis 3 Linien hohe Schichten vertheilt, trocknet in einem wohlerwärmtenTrockenschranke rasch ein, und die Zeit der Abdampfung wird durch die Ver-grösserung der Oberfläche ungemein abgekürzt. Die Zeit des Eindampfens wirdgleich lang sein, ob man viel oder wenig Flüssigkeit hat, man wird nur mehroder weniger Teller aufzustellen haben. Dabei muss man jedoch auf jedesRühren verzichten, und man muss die Extractmenge zuletzt von einer grossenOberfläche, zum Theil schon ganz trocken geworden, mit Mühe abkratzen. DieseExtracte sind stark von Geruch. Soll hingegen beständig gerührt wer-den, so kann dies nur in einem tiefen Gelasse geschehen, uml es macht für dieersten Quantitäten einen grossen Unterschied, ob 1 Pfund oder 12 Pfund Flüs-sigkeit nachgefüllt werden. Die Pharmacopoe sagt zwar: nimm 10 Pfund Eisen-hütleinkraut, allein nach einer allgemein üblichen Toleranz kann jede andereMenge des Krautes mit Beibehaltung der Proportionalität der Zahlen in der-