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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Extractum Aconiti.

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selben Art in Angriff genommen werden. Um diese Klippe zu vermeiden, bin ichgeneigt, der Eindampfungsmethode auf flachen Tellern in einem warmen Raumeden Vorzug vor jener der Pharmacopoe zu geben, dagegen wird sie an prak-tischer Brauchbarkeit der Eindainpfung auf vollem Wasserbade bei mechanischemRühren immer nachstehen.

Was die Gründe der Entfernung des Chlorophylls betrifft, so muss ichdarauf, weil sie bei allen narcotischen Extracten sich wiederholen, noch einmalzurückkommen. Man hat früher ein ganz richtig beobachtetes Factum auf diefalscheste Weise interpretirt. Man hatte gefunden, dass Chlorophyll aus Bella-donnasaft erweiternd auf die Pupille von Thieren und Menschen wirkte, unddaraus geschlossen, dass es heilkräftig wirksam sei. Statt zu sagen, in demChlorophyll ist noch Extract eingeschlossen, hat man den ganzen Körper füretwas Besonderes gehalten und ihm Kräfte zugeschrieben, die er nicht besass.Fügt man das ganze Chlorophyll der Extractmasse zu, so wird die absoluteMasse der wirksamen Bestandtheile um die kleine Menge eingeschlossenen Saf-tes vermehrt, dagegen die relative vermindert, weil zugleich eine weit grössereMenge unwirksamer Stoffe zugefügt worden sind. Ganz erschöpfend ist dieserGegenstand von Mediciualassessor Jahn in Meiningen (Archiv der Pharmac.XXXIV, 5.) behandelt worden. Er fand, dass rohes Chlorophyll von Hyoscya-mus und Belladonna eine Erweiterung der Irisöffnung im Auge bewirkte. Als eraber das Chlorophyll noch einmal in Weingeist gelöst, die Lösung filtrirt undmit Wasser gelallt hatte, bewirkte der in Mandelöl gelöste gereinigte Körperauch nicht die geringste Erweiterung der Pupille.

»Nach solchen Erfahrungen stimme ich,« so schliesst Jahn seine Arbeit,»der Meinung des Herrn Dr. Mohr vollkommen bei, dass das Chlorophyll alsunnützer Bestandtheil in narcotischen Extracten zu betrachten sei. Sein Ver-fahren zur Darstellung dieser Arzneiformen kann nur gelobt werden, es ist beialler Zweckmässigkeit einfach und die Prüfung der nach ihm darzustellendenExtracte auf richtige Bereitungsweise wird durch Weingeist von einer bestimm-ten Stärke zu bewerkstelligen sein, in welchem sich das Extract ohne bedeuten-den Rückstand lösen muss.«

In demselben Hefte des Archivs 8. 8 bespricht Dr. M eurer die Extractapneumatica, wie er sie nennt, welche durch Eindampfen des ausgepreßten Saftesunter der Luftpumpe erhalten werden. Sie sind grün, von starkem narcotischenGerüche, und enthalten die ganze Menge aufgelösten und ausgepreßten Eiweißes.Der Verfasser kommt im Verlaute seiner Untersuchung zu den Resultaten, dassder starke Geruch der narcotischen Extracte ihre Wirksamkeit nicht vermehrt,dass das Eiweiss ein ganz überflüssiger Bestandtheil ist, dass die unter der Luft-pumpe eingedampften Extracte keinerlei Vorzüge vor den gewöhnlichen Extrac-ten haben. Diesen Ansichten stimme ich vollkommen bei; sie waren schongrösstentheils in meiner Abhandlung über die Extracte, worauf sich Jahn indemselben Ilel'te des Archivs bezieht, klar ausgesprochen. Das Pflanzeneiweiss,welches durch Coagulation aus dem ausgepreßten Safte erhalten wird, ist iden-tisch mit dem aus allen anderen Pflanzen erhaltenen. Stellt man es ganz reindar, so gerätst es im warmen Sommer, wenn es feucht steht, in stinkende Fäul-niss, und zersetzt sich unter Entwickelung von Ammoniak. Geschieht dies imExtracte selbst, so zerstört es auch noch andere Körper, und das Extract nimmteine andere Beschaffenheit und Wirksamkeit an. Dies ist der Grund, warumdie Extracte mit der Fäcula nicht haltbar sind, und weshalb sich der Arzt aufihre gleiche Wirkung zu allen Zeiten des Jahres nicht verlassen kann. Dienach der neuen Vorschrift bereiteten Extracte erhalten sich unbestimmt langein voller Kraft.

Das eigentliche Sachverhältniss mit der Fäcula und dem Chlorophyll ist