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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Extractum Aconiti siccum seu pulveratum.

folgendes. Presst man die gut zerstampfte Kräutermasse durch, so Liesst eingrüner Saft ab, welcher trüb ist. Die grüne Farbe ist nicht gelöst, sondernnur suspendirt. Lässt man den Saft stehen oder filtrirt man ihn, so scheidetsich der klare Saft vor jeder Erhitzung mit .schwachbräunlicher Farbe ab. Erenthält noch vieles Pflanzeneiweiss im gelösten Zustande. Erhitzt man den kla-ren Saft, so scheidet sich ganz weisses coagulirtes Pflanzeneiweiss ab. Erhitztman ihn unfiltrirt, so scheidet sich ein grüner Absatz ab, indem das Eiweissdas Chlorophyll einschliesst und mit niederreisst.

Der Absatz auf dem Filtrum besteht aus Chlorophyll und Eiweiss. Kochtman ihn mit Weingeist, so löst sich Chlorophyll zu einer grünen Lösung auf,und das Eiweiss bleibt weiss zurück.

Die einfachste Methode, beide Körper zugleich zu fällen, besteht demnachin der vorläufigen Erhitzung des ausgepreßten Saftes und Entfernung des Nie-derschlags durch Coliren. Beide Stoffe sollen mit dem nachher zuzusetzendenWeingeist in keine Berührung kommen, weil sie an denselben nichts Brauch-bares abgeben können, und weil sie, aus dem dünnen frischen Safte entfernt,weit weniger wirksame Substanzen einschließen und mitnehmen, als wenn sieaus dem bereits eingedickten Safte entfernt werden. Das Verfahren der Phar-macopoe ist demnach nicht zu loben, um so weniger, als der richtige Wegbereits angedeutet und eingeschlagen vorlag. Dagegen ist dankbar anzuerken-nen, dass die Pharmacopoe nunmehr eine Form des Extractes, und nicht zwei,wie die 5. Auflage, bereiten lässt.

Die Prüfung dieser Extracte auf ihre richtige Bereitung ist bereits oben inder citirten Stelle der Abhandlung von Jahn angegeben worden. Ein Wein-geist, der aus gleichen Gewichten Wasser und Spiritus von 90 Proc. T r a 11 e s com-ponirt ist, muss sie ganz lösen. Um Schleim und Gummi zu lösen, ist diesGemenge zu spirituös, um Chlorophyll zu lösen, zu wässerig. Jede bedeutendeTrübung zeigt eine Abweichung von der Bereitungsmethode an.

Die narcotischen Kräuter liefern im Durchschnitt % Unze dieses Extractesvon 1C Unzen frischen Krautes.

Extractum Aconiti siccum seu pulveratum.Trockenes oder gepulvertes EisenHütleiuertraet.

[Nimm: Vier Unzen Eisenhütleinextract,mische es genau mit

einer Unze gepulverten Milchzuckers,stelle es an einen lauwarmen Ort, bis es vollkommen trocken ge-worden ist.

Wenn die zerriebene Masse nicht genau das Gewicht von vierUnzen erreicht, so füge ihr noch so viel Milchzucker zu, dassvier Unzen daraus entstehen, welche in einem sehr gut verschlos-senen Gefässe sorgfältig aufbewahrt werden sollen.

Anmerk. Eine Drachme dieses Pulvers enthält eine Drachme Aconitextract.]

Die eben in [ ] mitgetheilte Vorschrift der 6. Auflage der Pharmacopoewurde, weil sie sich in der Praxis nicht bewährt hatte, mittelst Ministerialver-fügung vorn 20. Juni 1850 durch die folgende ersetzt und die erstere dadurchaufgehoben.