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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Extractum Chinae frigide paratum.

destillirtes Wasser fünf Pfund;lasse kalt aclitundvierzig Stunden unter öfterem Umrühren stehen,dann presse stark aus. Auf den Rückstand giessedestillirtes Wasser vier Pfund.

Es soll Alles vierundzwanzig Stunden stehen, dann kräftig aus-gepresst werden. Die erhaltenen Flüssigkeiten sollen filtrirt werdenund in einem Gefässe von Porcellan im Wasserbade hei einer Tem-peratur von 40 48° R. (50 60° G.) bis auf ein Pfund unterbeständigem Umrühren verdampfen, die Flüssigkeit soll alsdannnach dem Erkalten und Filtriren weiter bis zur Syrupsconsistenzeindampfen. Bewahre es in einem wohlverschlossenen Gefässe auf.

Es sei von braunrother Farbe, mit einer etwas trüben Lösung in Wasser.

Diese Vorschrift ist ganz zweckmässig und bedarf keines ferneren Commen-tars. Dass sie eine solutio turhidula zulässt, ist praktisch richtig und billig,weil die klarste Lösung nach dem Eindicken und Wiederauflösen immer wiedereine Trübung giebt. Man könnte sich ewig am Auflösen und Eindampfen hal-ten, wollte man ein sich vollkommen klar lösendes Extract herstellen. Das ge-kochte Extract giebt ja eine ganz trübe Lösung, und ist doch auch ein China-extract von vortrefflichen Eigenschaften. Unmögliche Vorschriften bereiten demApotheker nur Vexationen, und zeigen ein gänzliches Verkennen des wahrenStandpunktes. In diesem Sinne ist die neue Pharmacopoe durchgehends sehrbillig.

Man hat viel über die Unzweckmässigkeit der ganzen Vorschrift zu einemkalt bereiteten Chinaextracte geschrieben und dieselbe von der rein chemischenSeite hart angegriffen. Wenn die Aerzte der Erfahrung vollkommen sicher sind,dass das so bereitete Extract gewisse Eigenthümlichkeiten und besondere Vor-züge besitzt, so wird die Pharmacie immer bereit sein, dasselbe in der bestenBeschaffenheit herzustellen. Die Entscheidung dieser Frage betrifft den Apo-theker gar nicht.

Uebrigens ist dieses Extract durchaus nicht ganz entblösst an Alkaloid-gehalt.

Win ekler fand (Archiv d. Pharm. XXXIV, 325) in 8 Unzen des Extrae-tes, welche aus 76 Unzen dickröhriger Lima-China erhalten waren, 122 GranCinchonin, während die ausgezogene Rinde noch 142 Gran enthielt. Das Extractenthält also etwas weniger als die Hälfte des ganzen in der Rinde enthaltenenCinchoningehaltes, an Chinin gar nichts. Dieser Gehalt ist freilich für einChinapräparat sehr armselig, allein die Herren Aerzte müssen wissen, was siedaran haben und was sie damit ausrichten.

Ueber die Bereitung dieses Extractes aus Königschina finde ich in meinenNotizen folgende Angaben.

März 1847. 1) 10 Unzen Cortex Chinae regius mit 48 Unzen Wasser an-

gesetzt und 48 Stunden macerirt gaben 16 Unzen freiwillig abfliessenden Auszug,und dieser gab 5'/ a Drachmen eines schönen Extractes.

2) Ferner 20 Unzen Wasser aufgegossen gaben 19 Unzen Auszug, unddiese gaben 4 1 /, Drachmen ebenfalls sehr gutes und schönes Extract.

3) Ferner 23 Unzen Wasser gaben 24 Unzen Auszug, und diese gaben2% Drachmen eines schon ziemlich harzigen Extractes.

4) Ferner 27 Unzen Wasser gaben 26 Unzen Ablauf, und diese gaben4 Scrupel eines ganz dunkelbraunen sehr harzigen Extractes.