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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ferrum chloratum.

Die Eisenchloriirflüssigkeit wird durch Auflösen von metallischem Eisen ineiner mit der Hälfte Wasser verdünnten reinen, also selbst schon verdünntenSalzsäure, befohlen. Das Wasser, sowohl der Salzsäure als das noch fernerhinzugesetzte, muss bei unserem jetzigen Präparate verdampft werden. Die Zeitder Verdampfung und der Berührung mit Luft wird hierdurch bedeutend ver-längert und somit auch die Möglichkeit und, man kann sagen, Gewissheit einereintretenden Oxydation. Wenn man wirklich möglichst reines Eisenchlorür dar-stellen will, so ist dies Verfahren nicht zweckmässig. Die Frage, ob eine kleineVerunreinigung mit Eisenchlorid oder Eisenoxyd dem Präparate nachtheilwwäre, berührt den Pharmaceuten nicht. Erfahrungsmässig wirken alle Eisen-präparate vorn metallischen an bis zum Oxyd und Chlorid in ganz gleicher Art,und werden auch in denselben Fällen (der Chlorose, zu reichlicher Menstrua-tion etc.) von den verschiedenen Aerzten durcheinander nach Vorliebe oderAnsicht gebraucht. Das vorn Organismus aufgenommene Eisen wird zu einemBestandtheil des Blutes, welcher der Sauerstoffträger ist, verwendet, und eineandere eisenhaltige Substanz als der Cruor findet sich im Körper nicht vor.Dieser Zweck wird durch metallisches Eisen, durch das Oxydul, das Fern»carbonicum, den Eisenvitriol, die Tinctnra Ferri pomata, die Chlorverbindungenund andere Präparate in gleicher oder nur wenig verschiedener Art erreicht,und da das Eisen sich im Cruor wahrscheinlich als Oxyd und immer in der-selben Art vorfindet, so ist bei einer Verunreinigung eines Eisenpräparates miteinem anderen kein grosses Unglück zu befürchten. Allein alle diese Betrach-tungen berühren den pharmaceutischen Chemiker gar nicht. Er würde einenganz falschen Standpunkt annehmen, wenn er, selbst in den am wenigsten zwei-felhaften Fällen, durch zufällig erlangte Kenntnisse aus einer ihm fremden Wis-senschaft sich zu Maassregeln in seiner eigenen verleiten liesse. Es kann ihmganz gleichgültig sein, welches Eisenpräparat am besten wirkt, welches dieseroder jener Arzt gebrauchen wolle: er hat nur dafür zu sorgen, das Präparat inseiner grössten Güte und Reinheit darzustellen. Daraus folgt denn auch, dassein Präparat das sein solle, was sein Name besagt.

Die Pharmaeopoe unterscheidet Ferrum chloratum und sesquicMoratum, Wirersehen daraus, dass das vorliegende Präparat das Eisenchlorür sein soll. Umdieses aber in grösster Reinheit darzustellen, sind die Verfahrungsarten derPharmaeopoe nicht zweckmässig. Erstlich ist die einzudampfende Lösung vielzu verdünnt. Die Lösung des Eisens findet in dieser Verdünnung der Salzsäureund an einem nur lauwarmen Orte ( loco tepido , p. 143 der Pharmaeopoe) sehrunvollständig Statt. Die Säure konnte ohne alle Verdünnung zu dem vorliegen-den Präparate genommen werden, und die Lösung musste durch längeres Siedenbefördert werden. Ohne dies Sieden wird die Flüssigkeit sehr sauer bleiben,beim Verdampfen sehr viel Salzsäure Dämpfe ausstossen und nach dem Aus-trocknen wenig Product übrig lassen. Die Eisenchloriirflüssigkeit verträgt Ko-chen bei Abschluss der Luft ohne die geringste Zersetzung; dagegen zieht sieschon bei der gewöhnlichen Temperatur an der Luft Sauerstoff an und erhälteine gelbliche Farbe.

Aus diesem Grunde ist die beliebte Verdampfungsart bei 40 bis 48° ß-(50 bis G0° C.), welche bei vielen anderen Körpern nur eine Unannehmlichkeitist, hier geradezu ein Fehler. Sie nöthigt uns, diese Flüssigkeit ungemein langeZeit der vollständigen Berührung der Luft unter Umrühren auszusetzen undsie mit einem Oxydgehalt zu behalten, der in der leichtesten Art hätte vermie-den werden können. Das trockene Salz muss nicht subviridis flavus , sondernsubviridis albidus sein.

Die richtige Darstellung dieses Salzes besteht demnach darin, dass mandas Eisen als Draht, Nagel oder reine Feile erst mit der unverdünnten offici-