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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Ferrum chloratum.

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nellen Salzsäure warm stellt, zuletzt aber bis zum Aufhören jeder Gasentwicke-lun<* kocht. Man filtrire die Flüssigkeit noch heiss in einen kurzhalsigen Kolben.Denselben bedecke man mit einem massig schliessenderi Korkstöpsel, einemPorcellantöpfchen oder einer Glasscheibe, setze ihn auf freies Kohlensauer undbringe die Flüssigkeit in lebhaftes Kochen. Die entweichenden Wasserdämpfereissen die Luft mit weg und verhindern das Zutreten von frischer Luft. Sobalddie Flüssigkeit anfängt trübe zu werden, giesst man sie rasch in eine Porcellan-schale aus, giesst einige Tropfen reine Salzsäure zu und vollendet das Eindampfenauf dem vollen Dampf bade unter Umrühren, oder, bei vorsichtigem Arbeiten, auffreiem Feuer. Bei einer gewissen Concentration steigt die Flüssigkeit bei lebhaf-tem Kochen schaumig in die Höhe. Man durchbricht sie mit einem Glasstabe,um die Blasen sinken zu machen, und set zt das Kochen unter Umstören fort, bisAlles einen steifen Brei bildet. Nun hebt man die Schale ab und lässt erkalten.Der Brei erstarrt, indem sich die krystallinische hydratische Verbindung bildet,zu einer lichtblaugrünen, festen, zerreiblichen Masse. So lange Alles noch warmund flüssig ist, ist die Farbe weisslich und bei merklichem Chloridgehalt gelblich.Erst durch das Erstarren tritt die grünblaue Farbe ein, welche den gelben Stichdes Chlorides grösstentheils verdeckt. Dampft man zur Trockne ein, so wirdalles Wasser vertrieben und der Rest weiss, wie entwässerter Eisenvitriol. EinGehalt an Chlorid giebt sich alsdann durch eine deutlich gelbe Farbe zu erken-nen, da die blaugrüne verhüllende Farbe verschwunden ist. Der Wassergehaltist bei obigem Verfahren in keinem Falle grösser als bei dem Präparate der Phar-macopoe, welches bei einer so niedrigen Temperatur eingedampft wurde, und daauch diese die grüne Farbe als Kennzeichen anführt, nur von der gelben starkmodificirt, was von der unzweckmäßigen Art des Verdampfens herrührt.

Wenn das Chlorür entwässert an die Schale anbackt und überhitzt wird,so werden diese Stellen unvermeidlich roth. Allein dies ist bei sorgfältiger Ar-beit gar nicht zu befürchten, da die Schale vor dem völligen Austrocknen vornFeuer entfernt wird. Die blaugrüne erstarrte Substanz wird in weithalsigenGläsern, deren Stöpsel mit Talg eingerieben ist, im Keller aufbewahrt, auchzu grobem Pulver zerstossen in enghalsigen Gläsern.

Bei der Einwirkung der Salzsäure auf metallisches Eisen findet einfacheine Verdrängung des Wasserstoffs der Ilydrochlorsäure durch das Eisen Statt,weil eben Eisen eine nähere Beziehung zu Chlor unter den obwaltenden Um-ständen hat. Das Eisen verbindet sich mit Chlor zu gleichen Atomen, und1 Atom Wasserstoff tritt aus.

27 Eisen verdrängen aus 36,4 wasserleerer Salzsäure den darin enthalte-nen 1 Wasserstoff und verbinden sich mit den darin enthaltenen 35,4 Chlorzu 62,4 Eisenchlorür.

Die atomistische Formel ist also FeCl und das Atomgewicht 62,4. DasEisenchlorür hat in der wässerigen Lösung die lichtgrüne Farbe der Eisen-oxydulsalze, und zeigt auch mit allen Reagentien die Reactionen dieser Salze.Es ist also mit dem Eisenoxydul, welches nur in Verbindungen vorkommt, ganzhomolog zusammengesetzt. Durch richtiges Abdampfen und Erkältung krystal-lisirt es in hellblauen, durchsichtigen Krystallen, welche auf 1 Atom Eisen-chlorür 4 Atome Wasser enthalten. Sie schmelzen in ihrem Krystallwasser undhinterlassen getrocknet ein ziemlich weisses Pulver, mit einem unbedeutendenStich ins Grünliche oder Gelbe, je nach ihrer Reinheit von der dem Oxydeentsprechenden höheren Chlorverbindung. In einem sauerstofffreien Raume lässtes sich wie Chlorcalcium schmelzen. Es zieht bei höherer Temperatur ungemeinbegierig Sauerstoff an, und es ist ohne besondere Vorkehrungen ganz unmög-lich, es ohne Zersetzung und Färbung zu schmelzen. Im trockenen Zustandeund verschlossen aufbewahrt, hält es sich gut.