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Ferrum hydrico-aceticum in Aqua.
Ferrum hydrico-aceticum in Aqua.Eisenorydhydrat und essigsaures Eisenoxyd in Wasser.
Liquor Fern oxydati Tiydrato - acetici.
Nimm: Gewässertes Eisen in Wasser zwei Theile,essigsaure Eisenoxydlösung einen Theil,mische sie zum Verabreichen.
Es sei trüb, von braunrother Farbe.
In dem Namen dieser Verbindung spielt das Wasser eine Hauptrolle. Eswird in zwei Sprachen benannt. Der Namen ist ganz unübersetzbar, weil ertrotz seiner Länge und Breite doch nur metallisches Eisen und kein Eisen-oxyd bezeichnet. Was soll sich der Chemiker denken, wenn er wasseressig-saures. Eisen liest? Der klein gedruckte alte Namen ist ungleich bezeichnender 'als der neue. Man sollte doch nicht erneuern, wenn man eine Sache nichtbesser machen kann. Hier ist sie allerdings schlechter gerathen.
Das Gemenge aus essigsaurem Eisenoxyd und dem gemeinen Hydrat hatden Zweck, die arsenige Säure ä tout prix niederzuschlagen. Keines Eisen-oxydhydrat würde die Salze der arsenigen Säure nicht zersetzen, sondern nurdie freie arsenige Säure binden. Um nun den erstgenannten Zweck auch zuerreichen, ist der Zusatz von essigsaurem Eisenoxyd gegeben.
Eine Vergiftung mit arsenigsauren Salzen können eigentlich nur Chemikerausführen, da andere Leute die Existenz solcher Dinge nicht kennen; dieselbenauch weder im Handel, noch in den Gewerben vorkommen, sondern eigens dar-gestellt werden müssen. Es dürsten darum nur wenige Fälle vorkommen, worindies Mittel allein Hülfe darböte. Weil es aber auch die Wirkungen des gewöhn-lichen Eisenoxydhydrats einschliesst, so würde es ip dubio gerathen sein, das-selbe in allen Fällen von vermutheter oder erkannter Arsenikvergiftung an-zuwenden.
Bekanntlich hat zuerst Bunsen in einer von ihm gemeinschaftlich mitBertholt! herausgegebenen kleinen Schrift (Göttingen 1834 bei Dieterich) dasEisenoxydhydrat als unfehlbares Gegenmittel gegen frische Arsenikvergiftungempfohlen, und dessen Nutzen durch analytische und therapeutische Versuchefestgestellt. Die Wirksamkeit ist seit dieser Zeit durch eine Menge vorgekom-mener Fälle ausser allen Zweifel gestellt. Es wurde darauf auch das Mittel invielen deutschen Staaten als officinell und immer vorräthig zu halten durch un-mittelbare Verfügungen der Regierungen eingeführt und vorkommenden Fallesin die Landespharmacopoeen aufgenommen. Man bemerkte jedoch bald, dassdas längere Zeit bereitete Hydrat sein äusseres Ansehen veränderte, und ausder dunkelrothbraunen Farbe in eine hellere gelbbräunliche Farbe überging.Dadurch aufmerksam gemacht, untersuchte man dasselbe chemisch, auch seinVerhalten zu gelöster arseniger Säure, und fand, dass es in seiner Kraft, dieseSäure in eine unlösliche Verbindung hereinzuziehen, merklich verloren hatte.Es war, unter Wasser aufbewahrt, aus dem Zustande des Hydrats in den deswasserleeren Oxyds mit der Zeit übergegangen, wie dies bei Kupferoxydhydratdurch Kochen und mit einer noch merkbareren Veränderung der Farbe statt-findet. Hierdurch wurde die Ansicht begründet, dass das vorräthig gehalteneund längere Zeit aufbewahrte Mittel keinen sichern Schutz mehr gegen Arsenik-vergiftung darböte, und dass vorkommenden Falles daraus unglückliche Ereig-