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Ferrum hydrico - aceticum in Aqua.
nisse eintreten könnten. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, empfahl man eineregelmässig in bestimmten Zeiträumen zu wiederholende Bereitung des Mittelsund Wegwerfung des längere Zeit alten. Allein diese Maassregel ist ganz un-ausführbar und lässt auf eine geringe Kenntniss der menschlichen Natur Schliessen.Zunächst giebt es gar keine Erscheinung, welche den Apotheker an den Ablaufdes bestimmten Zeitraumes erinnert, und dann wird sieh Niemand herbeilassen,ein Mittel im zehnten und zwölften Jahre immer wieder neu zu bereiten, andem man äusserlich keine Zeichen des Verderbens wahrnimmt, und welches inden vorhergegangenen elf Jahren nicht gebraucht worden ist. Es wurde deshalbdie Absicht erregt, das Mittel in einer Form darzustellen, welche dieser frei-willigen Zersetzung nicht unterworfen wäre, oder es jedesmal in einer leichten,jeden Augenblick ohne Zeitverlust herstellbaren Form frisch bereiten zu lassen.Hierauf gründet sich das Fuchs'sehe Mittel.
Um jedoch auch die Bedingungen der abnehmenden Wirksamkeit des altenMittels durch analytische Belege festzustellen, wurden von Fehling (Würtem-bergisches medicinisches Correspondenzblatt 1851 Nro. 24.) und von Hai dien(Jahrbuch für praktische Pharmacie von Walz und Winkler, Bd. 23, S. 196)Versuche angestellt, aus denen hier das Wichtigste mitgetheilt werden soll.Haidlen fand, dass zur Fällung von 1 Theil gelöster arseniger Säure voneinem frisch bereiteten Eisenoxydhydrat eine Quantität Flüssigkeit erfordertwurde, welche das 22fache an trockenem Hydrate enthielt, wenn die Wirkung inden ersten 5 Minuten eintreten soll, dass aber bei längerer Wirkung auch einegeringere Menge Eisenoxydhydrat zur vollständigen Fällung hinreichend sei.
Ein Eisenoxydhydrat, welches 1 Jahr alt und in einer gut verschlossenen,jedoch nicht ganz vollen Flasche enthalten war und im Keller aufbewahrt wurde,hatte 2 Drittheile seiner Wirksamkeit verloren und auch äusserlich eine gelb-braune rostähnliche Farbe angenommen.
Ein Eisenoxydhydrat, welches in einem luftdicht verschlossenen ganz ge-füllten Glase aufbewahrt war, hatte nicht ganz ein Drittheil seiner Wirksamkeitverloren, sowie es auch in Farbe und lockerer Beschaffenheit dem frischberei-teten viel ähnlicher war. Fehling hatte die Wirksamkeit nach einem Jahreum die Hälfte vermindert gefunden. Man ersieht hieraus, dass die Wirksamkeitdes Mittels mit der Zeit abnimmt, dass aber mit gesteigerten Dosen immer nocheine vollständige Wirkung hervorgebracht werden könne.
Nach Fuchs wird eine Lösung von schwefelsaurem Eisenoxyd, von der100 Theile 17 bis 18 Theile bei 80° R. (100" C.) getrocknetes Eisenoxydhydratliefern, mit Wasser verdünnt und mit einem Ueberschuss gebrannter Magnesiavermischt. Die Mischung wird, nachdem sie durch Wasser noch etwas ver-dünnt ist, angewendet.
Es ergab sich, dass zur Fällung von 1 Theil arseniger Säure binnen fünfMinuten nur 6 Theile Eisenoxydhydrat, welche mit 15 Theilen Magnesia ver-mischt wurden, erforderlich waren. Es ist demnach dieses Mittel auf dasEisenoxydhydrat allein berechnet, mehr als dreimal so wirksam, als frisch be-reitetes reines Hydrat.
Es wurde auch eine Lösung von G Theilen arseniger Säure mit 10 TheilenKalihydrat vermischt und nach der Lösung mit 200 Theilen der Fuchs’sehenEisenlösung behandelt. Das Filtrat war ganz arsenfrei. Demnach ist die Ge-genwart eines Alkalis kein Ilinderniss einer schnellen und vollständigen Fällung,und deshalb der Grund zu dem obigen Mittel der Pharmacopoe, Ferrum hydrico-aceticum cum Aqua, ganz verschwunden.
Dasselbe Mittel mit krystallisirtem Eisenchlorid statt des schwefelsaurenEisenoxyds zeigte sich noch etwas wirksamer, mindestens ganz gleich, weshalbkein Grund vorhanden ist, das leicht darstellbare Eisenchlorid durch ein anderes