392 Ferrum hydrico - aceticum in Aqua.
Eisenpräparat, welches im festen Zustande schwierig darzustellen ist, zu er-setzen.
Aus Allem geht hervor, dass die Fuchs’sche Mischung die Fähigkeit,arsenige Säure zu binden, in mindestens ebenso hohem Grade besitzt, als dasreine Eisenoxydhydrat, und dass der Ersetzung des letzteren durch jenes vonchemischer Seite nichts entgegensteht. Bei längerer Aufbewahrung dürfte jedochdas Mittel ebenso zersetzbar sein, wie das reine Hydrat, und es musste alsoimmer ex tempore bereitet werden.
Um hierzu eine bestimmte Vorschrift zu geben, schlage ich vor, 2 Drachmenkrystallisirtes Eisenchlorid in 4 Unzen Wasser zu losen, und dazu 2 DrachmenMagnesia usta (von der eine Drachme zur Zersetzung hinreicht) zu setzen undtüchtig umgeschütteit abzugeben. Die 2 Drachmen Eisenchlorid entsprechen39 Gran Eisenoxydhydrat, wenn darin 1 At. Wasser angenommen wird (alsovon der Formel Fej0 3 -(- HO), und diese würden binnen fünf Minuten densechsten Theil, also G% Gran, arseniger Säure fällen. Wäre Befürchtung vor-handen, dass eine grössere Menge arseniger Säure vorhanden sei, so würdeman das Doppelte und Dreifache geben. Das gleichfalls entstehende Chlor-inagnium oder Bittersalz ist nicht als Hinderniss anzusehen, sondern wird imGegentheile günstig wirken, indem es als ein abführendes Mittel Resorption durchdie Darmwände verhindert, ja sogar eine Verflüssigung des Darminhaltes durchBlutfeuchtigkeit veranlasst. Es dürfte zweckmässig sein, diese Vorschrift aufeinem Schildchen auf das Standgefäss des krystallisirten Eisenchlorids anzu-bringen, damit man vorkommenden Falles nicht durch Aufsuchen der VorschriftZeit verlöre.
Alle diese analytischen Versuche gründen sich auf das chemische Verhaltender Körper im Reagenzglase, und es wurde von der absoluten Fällung derarsenigen Säure auf eine zuverlässige Wirkung im Körper geschlossen. Alleinbei diesem Schlüsse ist doch etwas übersprungen, und die Richtigkeit desSchlusses muss durch Versuche nachgewiesen werden. Dr. Schroff (Büch-ner’s neues Repert. I, 447) hat diese Lücke auszufüllen gesucht und ist zufolgenden Resultaten gelangt.
Er fand, dass die arsenigsauren Alkalien eben so stark, säst noch stärkerals reine arsenige Säure wirken; dass weder das Eisenoxydhydrat noch dasMagniumoxydhydrat ein Gegengift im engsten Sinne des Wortes sind, und mitdem Gifte verbunden, dasselbe ohne Schaden für den Organismus aus dem Kör-per zu entfernen vermögen.
Selbst wenn sie ausserhalb des Körpers mit dem Gifte verbunden waren,geht die arsenige Säure in Blut und Harn über, unter Erscheinungen, welcheauf eine Reizung der Nieren Schliessen lassen.
Beide Oxydhydrate haben antidotische Eigenschaften im weitem Sinne desWortes, und das Magniumoxydhydrat soll noch den Vorzug besitzen, indemdas damit behandelte Thier fortlebte, während jenes mit arseniger Säure undEisenoxydhydrat behandelte nach sechs Tagen starb.
Die Untersuchung des Harnes ist von der grössten Wichtigkeit, weil danndie Gegenwart des Arseniks sehr leicht nachweisbar ist, und selbst nach meh-reren Tagen, nachdem kein Arsenik mehr eingenommen wurde, noch erscheint.
Ein mit Solutio Fowleri behandelter Kranker zeigte nach 10, selbst nochnach 17 Tagen Spuren von Arsenik im Harne.
Das wirksamste Mittel, die arsenige Säure rein aus einem in Untersuchungbefindlichen thierischen Stoffe auszuscheiden, soll nach Schneider die Destil-lation mit reiner Salzsäure sein, wobei der ganze Arsengehalt als Chlorarsenübergehe und nun im reinen Zustande mit chemischen Reagentien ermitteltwerden könne.