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Ferrum hydricum.
Durch diese Versuche ist zwar unsere hohe Meinung über die Untrüglich-keit des Mittels etwas herabgestimmt, allein da wir nichts Besseres haben, kön-nen wir diesen Mitteln auch unsere spätere Aufmerksamkeit nicht versagen.
Ferrum hydricum. Gewässertes Eisen.
Ferrum oxydatum fuscum. Ferrum carbonicum. Cvocus Martis
aperitivus. Hydras fenicus. Kohlensaures Eisen.
Nimm: Keines schwefelsaures Eisenoxydul ein Pfund,löse es in
sechs Pfund warmen destillirten Wassers.
Nachdem es gelöst, erkaltet und filtrirt ist, giesse hinein eineFlüssigkeit, aus
rohem kohlensaurem Natron vierzehn Unzen,
und der
vierfachen Menge destillirten Wassersbereitet und filtrirt, oder wie viel von dieser Flüssigkeit zur Fällungnothwendig ist.
Der durch ein Filtrum getrennte und zuerst mit siedend-heissem gemeinem, dann destillirtem Wasser ausgesüssteNiederschlag werde mit Hülfe der Presse ausgepresst, bei dergelindesten Wärme getrocknet und in einem wohlverschlossenenGefässe bewahrt.
Es sei ein sehr feines rothbraunes Pulver, mit Salzsäure aufbrausend.
Hier haben wir nochmals eine Probe von Namenveränderung: Ferrumhydricum. Der Name ist falsch, der Form und der Bedeutung nach. Gewäs-sertes Eisen, wässeriges Eisen, Eisenhydrat, was soll das bedeuten? Das Prä-parat soll mit Salzsäure aufbrausen und soll doch nur Eisenhydrat sein? Bildetdenn Eisen auch Hydrate wie Chlor und Brom, welche ebenfalls einfache Körpersind? Nein, ein alter bekannter Körper tritt mit einem neuen Namen auf, undzwar mit einem so grundfalschen, dass er nicht den entferntesten Begriff vonder Zusammensetzung giebt. Man erkennt nicht daraus, dass das Eisen alsOxyd in dem Präparate enthalten sein soll, und dass es als kohlensaures Oxydulzum grossen Theile darin enthalten ist. Mit dem gelindesten Fehler würde derNamen richtig sein, wenn das Präparat selbst das auf 8. 91 der Pharmacopoefolgende wäre, nämlich der gelinde getrocknete Niederschlag aus Ferrum hydri-cum in Aqua. Wir finden zweimal denselben Namen eines Präparates undjedesmal ein anderes Präparat. Ferrum hydricum in Aqua kann doch nichtsAnderes sein als Ferrum hydricum der Pharmacopoe in Wasser vertheilt. Alleindas eine wird aus schwefelsaurem Eisenoxydul mit kohlensaurem Natron, dasandere aus Eisenchlorid mit reinem Ammoniak bereitet. Das eine soll mitSalzsäure aufbrausen, das andere nicht, und dennoch führen sie denselbenNamen. Das sind schwache Beweise für die Richtigkeit einer chemischen No-menclatur.
. Wir kommen nun auf das Präparat selbst. Die Absicht der Pharmacopoeist offenbar, ein gutes kohlensaures Eisenoxydul zu bereiten. Dies erkennt manaus der Anwendung von siedendheissem Wasser, dem Auspressen, Austrocknen
Mohr, Commentar, 25*