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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Flores Lavandulae. Flores Millefolii.

Flores Lavandulae. Lavendelblumen.

Lavandula vera Decandolle. Labiatae.

Röhrenförmige, blaue Blumenkronen mit ähnlichen rührigen,schwach fünfgezahnten, etwas blauen Kelchen, von gewürzhaftemGerüche duftend. Ein kleiner Strauch, der im südlichen Europawächst und bei uns in Gärten gepflanzt wird.

Die Lavendelbluraen werden als solche nicht innerlich angewendet. Siewerden dem Königsräuchcrpulver zugesetzt und machen einen Bestandtheil derSpecies aromaticae aus. Auch wird ein Spiritus und ein Oel davon destillirtLetzteres macht einen Bestandtheil der Mixtura oleoso-balsatnica und des Acidumaceticum aromaticum aus.

Die Lavendelblumen werden aus dem Handel bezogen, der Staub abgeschla-gen, die Stiele durch ein Sieb entfernt und die gereinigten Blumen in Blechaufbewahrt. Wenn sie nicht gut getrocknet sind, so verlieren sie die Farbe.

Im Sexualsystem gehört der Lavendel zur Didynamia, Gymnospemk,Cl. XIV, Ord. 1.

Flores Malvae arboreae. Stockrosen.

Altluiea rosea Cavanül. Malvaceae.

Blumen mit doppeltem filzigem Kelche, dem äusseren vielfachgetheilt, dem inneren fünfspaltig, mit fünfblätterigen, oft gefüllten,fast zwei Zoll langen, meistens schwarzbraunen Blumenkronen, vonschleimigem Geschmacke. Eine zweijährige Pflanze, im südlichenEuropa einheimisch, bei uns in Gärten gebaut.

Die Blumen dieser prächtigen Zierpflanze, welche in vielen Gärten gefun-den wird, enthalten, wie die Blumen der gemeinen Malve und Althäa, vielenSchleim, und werden dann und wann zu schleimigen Aufgüssen benutzt. Neben-bei enthalten sie reichlichen Farbestoff

Monadelphia Polyandria, Cl. XVI, Ord. 8. Sie findet in der Pharmacopoeselbst keine weitere Verwendung.

Flores Millefolii. Schafgarbenblumen.

Achillea Mülefolium Linn. Compositae-Anthemideae.

Zusammengesetzte, doldentraubige, eiförmige Blumen mit Haupt-kelch aus rundlichen, halbfilzigen, am Rande trockenen Schuppen,mit kleinen, sehr breiten, weissen oder röthlichen Zungenblümchen,von bitterem, etwas scharfem Geschmacke und etwas gewürzhaftemGerüche. Eine ausdauernde, auf den Aeckern in Deutschland häu-fige Pflanze. Sie sind im Monate Juni und Juli zu sammeln.