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Commentar zur Preussischen Pharmacopoe : nebst Uebersetzung des Textes : für Apotheker, Aerzte und Medicinal-Beamte / nach der sechsten Auflage der Pharmacopoea Borussica bearbeitet von Friedrich Mohr
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Flores Rhoeados.

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Die frischen Blumen geben 34 Brocent trockene. Sie enthalten ein äthe-risches Oei, von dem jedoch kein Gebrauch gemacht wird. Gut getrocknet undverschlossen halten sich die Blumen sehr gut. Syngenesia superflua , Cl. XIX,Ord. 2.

Flores llhoeados. Klatschrosen.

Papaver Rlioeas Linn. Papaveraceae.

Blumenblätter, einen Zoll lang und darüber, in der Basis ver-schmälert, wellenförmig, purpurroth, an der Basis dunkelviolett,von schleimigem Geschmacke. Eine auf den Aeckern in Deutsch-land häufige Pflanze. Die Blumen sind in den Monaten Juni undJuli zu sammeln.

Die Pflanze ist eins der gemeinsten Unkräuter auf den Aeckern, und ihrUeberhandnehmen zeugt von nicht sorgfältigem Ackerbau. Die Blumen werdenam Tage und nicht mehr bethaut eingesammelt und die Blumenblätter abgezupft.Sie müssen bald ausgestreut werden, weil sie sich sonst erhitzen und zu einemSchleim zusammenkuchen. Sie werden sehr locker und dünn aufgestreut. Wennauch der Boden ganz bedeckt war, so ziehen sich die Blatter dennoch zu ein-zelnen Gruppen zusammen, so dass grosse Lücken dazwischen sichtbar werden.Wo sie zu dick liegen, verschleimen sie unvermeidlich, verlieren die Farbe undwerden unbrauchbar. Es ist zweckmässig, den ganzen Vorrath fertig zum Ge-brauch im Sommer einzuthun, und nicht einen Theil im unverkleinerten Zu-stande aufzubewahren. Zu diesem Zwecke werden die auf dem Speicher bei-nahe getrockneten Blumen in den Trockenschrank (Pharm. Technik, 1. Aufl. 8.46.Fig. 21.) gebracht und darin vollends scharf ausgetrocknet, bis sie ganz brüchigund zerreiblich geworden sind. Man bringt sie in diesem Zustande auf einSpeciessieb von dünnem Drahte und reibt sie mit der flachen Hand rasch durch.Das Durchgefällene bringt man sogleich in den blechernen Kasten (Pharm. Tech-nik, 1. Aufl. 8. 41. Fig. 18.). Man presse sie zuletzt fest unter den Deckel ein.Da diese Blumen sehr rasch Feuchtigkeit aus der Luft anziehen, so muss manbei dieser Arbeit überhaupt behende sein und keine Zeit nutzlos verfliessenlassen, auch die Hürden nicht weit tragen, sondern lieber alles in die Nähe desTrockenschrankes bringen. So behandelt halten sich diese Blumen mehrereJahre lang unverändert und sind immer zum unmittelbaren Gebrauche bereit.Die Kasten fassen mehr Blumen im zerriebenen Zustande, als wenn sie nochganz sind. Ein Blechkasten von 13 3 / 4 , 19 und 9% Zoll Kantendimensionenfasst 15 bis 10 Pfund zerriebene Flores Rhoeados. Die frischen Blumen geben8 bis 9 Procent trockene.

Von diesen Blumen hatten die früheren Ausgaben der Pharmacopoe einenSyrup, der, obgleich er in der neuesten Ausgabe weggelassen ist, doch nochvielfach gebraucht wird. Nach der 5. Ausgabe wurde er aus trockenen Blumennach folgender Vorschrift gemacht: Rp.' Flor. Rhoead. Unz. 2, Aq.ferv. Unz. 24,Col. Unz. 20, Sacch. Unz. 36. Dieser Syrup ist bei weitem nicht so schön, alsder aus frischen Blumen bereitete. Nach der 3. Auflage der Pharmacopoe wirder in dieser Art gemacht: Rp. Flor. Rhoead. recent. Unz. 12, Aq. ferv. Unz. 24,macera per noctem. Col. Unz. 20, Sacch. alb. Unz. 36. Dieser Syrup hat ein blen-dendes Lüstre, während der aus trockenen Blumen bereitete missfarbiger undtrüber ist. Die Blumenblätter werden vorn Wasser fast ganz ihres Farbestoffes