wirklich in seiner Lebendigkeit gefasst werden, so muss es adintra sich magisch in Unterschiede setzen, welches als der Pro-cess des Selbstbewusstseins des Absoluten bezeichnet werdenmuss, andererseits aber auch ad extra einen realen Grund insich haben. Der reale Grund, die ewige Natur ist hier nichtdem Begriffe nach früher, als der Geist gesetzt: der Geist istdas freie absolute sich selbst erfassende Princip, das Vermit-telnde zwischen der inneren und äusseren Manifestation des Ab-soluten. Würde Jacob Böhme den Geist früher setzen als dieNatur, so fiele die Natur aus dem Process des Absoluten heraus.Jacob Böhme hat die Selbstbestimmung des Absoluten als dasewig sich in Unterschiede setzende Princip erfasst, ohne dieseUnterschiede, wie es im neueren Pantheismus geschieht, in einAnderes fallen zu lassen — welcher pantheistischen Auffassungder Geist nicht mehr durch sich selbst bedingt erscheint, und nurdadurch zur Manifestation kömmt, dass diese Unterschiede dasAbsolute selbst bedingen, womit das frei setzende, nur sich durchsich bedingende Princip des absoluten Geistes aufgehoben wird *).
') So wenig ist noch immer J. Böhme gründlich studirt worden undso wenig hat man Baader's tiefsinnige Nachweisungen und Erläuterungenüber die wahre Natur der Lehre des grossen deutschen Theosophen bisjetzt beachtet, dass die Behauptung (welche die Einen beschuldigend, dieAndern lohpreissend erheben), Böhme’s Lehre sei Pantheismus, nochimmer in zahlreichen Schriften wiederholt wird. Diesen ungründlichenStimmen gesellt sich auch neuerlich Dr. Hermann Adolph Fechner zu inseiner kritischen Untersuchung: Jakob Böhme. Sein Leben und seineSchriften, mit Benützung handschriftlicher Quellen dargestellt (NeuesLausitzer Magazin: Im Aufträge der Oberlausitzer Gesellschaft d. Wissen-schaften besorgt durch deren Secretär C. G. Th. Neumann. Dreiunddreis-sigsten Bandes viertes Heft. Görlitz, im Selbstverläge der Gesellschaft undin Commission der Buchhandlung von G. Heinze u. Comp. 1857) S. 443,wo Fechner sagt, nur ein reformirter Prediger und ein gewisser Dippelhätten Böhme schon damals mit Spinoza zusammengestellt, als noch dieTheologen im heftigen Kampfe über ihn gelegen wären, und auf seinenPantheismus aufmerksam gemacht. Fechner verweiset dabei auf die Un-schuldigen Nachrichten 33 S. 795 u. 35 S. 483. Mit gleicher Seichtigkeitbehauptet Fechner S. 444: »In der That, wäre Schelling nicht mit seiner