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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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Daher legt Böhme einen so scharfen Accent auf den Unterschiedder intelligenten und der nichtintelligenten Natur. Die letztere ist

Identitätsphilosophie erstanden, hätte Hegel den dialektischen Processnicht zum Mittelpunkte eines Systèmes und der gesummten Philosophiegemacht, nimmermehr hätte man den wahren Kern der BöhmeschenTheosophie entdeckt, und ihn für den Yerkünder einer deutschen Philo-sophie gehalten. Fechner weiss also nichts davon, dass Oetinger langevor Sehelling und Hegel Böhmes Lehre von ihrer philosophischen oderspeeulativen Seite weit tiefer und gründlicher würdigte und erläuterte alsdiese beiden Philosophen, es ist ihm unbekannt, was Saint - Martin unge-fähr gleichzeitig mit Oetinger, aber unabhängig von ihm, über Böhmedachte und schrieb, er weiss nichts davon, dass Baader mit ganz unver-gleichbar grösserer Tiefe als Sehelling und Hegel nnd schon vor ihnenauf Böhmes Theosophie hingewiesen hatte und er ist in seiner Unkundeder Tiefen unseres Theosophen ohne alle Ahnung davon, dass Böhme dieSysteme Schellings und Hegels, wenn er sie hätte erleben und verstehenkönnen, mit Entrüstung verworfen haben würde. Selbst jenes Stadiumder Schellingsehen Philosophie (seit den Untersuchungen über das Wesender menschlichen Freiheit), in welchem Sehelling ohne ihn zu nennenBöhme nicht eigentlich folgt, sondern ihn verbessern und überbieten will,würde Böhme als eine Verderbung und Caricatur seiner Lehre von sichgewiesen haben. Wenn Fechner (1. c.) sagt: »in Böhme geht die Mystikin die Philosophie über «, so kann man dies wohl gelten lassen ; denn sohoch man auch Böhme stellen muss, so wird doch Niemand behauptenwollen, dass seine Darstellungs- und Entwiekelungsart den strengen For-derungen ächt philosophischer Methode entspreche, wiewohl er sich inmehren Schriften dem speeulativen Ausdrucke auf überraschende Weisenähert. Dass Hegel der Lehre Böhmes zu sehr seinen eigenen geistigenCharakter einprägt, hat Fechner im Allgemeinen richtig erkannt. Auchrügt er mit Hecht, dass Hegel seiner Darstellung der Böhmeschen Lehrevorzugsweise die Aurora zum Grunde legte, was ungefähr auf dasselbehinauslänft, als wenn ein Kritiker oder Aesthetiker uns den DramatikerSchiller aus den Räubern erläutern wollte. Wenn ferner Fechner wenig-stens flüchtig der Darstellungen Asts, Sehweglers, Carrieres, Ritters undNoacks gedenkt, so muss man fragen, wesshalb er die Darstellungeneinerseits Feuerbachs, andererseits Hambergers nicht erwähnt. Nament-lich Hambergers Werk: J. Böhmes Leben und Lehre, durfte ihmschlechterdings nicht unbekannt bleiben. Uehrigens ist Fechners Schrift als Beitrag zur Geschichte der neueren Philosophie äusserst schwachverdienstvoll als kritische Untersuchung über die Quellen, aus wel-

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