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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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XXXVI
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XXXVI

Mantel oder dauerhafte Ziegel zu verfertigen. Die Logik istKeproduction des von der Anschauung abgesonderten Denkensim ursprünglichen Wissen. Es ist darum klar, dass die Wahr-heit und Richtigkeit des in ihr Aufgestellten sich darauf gründet,ob sie eine richtige und treue Keproduction sei, ob im wirklichenWissen das Denken eben so vorkomme, wie sie es beschreibt,ob sie in ihrer Eeschreibung nichts davon nimmt, oder hinzuthut.Sie ist Eild, ein liild aber hat kein Verdienst, als das der Treue)dass es Nichts sei durch sich selbst und für sich selbst, sondernAlles durch das in ihm Abgebildete und mit ihm. Und so könntedemnach die Logik ihre Richtigkeit beweisen nur durch eineVergleichung mit dem in ihr Abgebildeten und der dargethanenUebereinstimmung des Bildes und des Gebildeten. Also durchein zweites Bild. Zu diesem aber könnte, wie zum ersten, sieauch nur durch Keproduction kommen. Wie soll nun die zweiteKeproduction anders ausfallen, als die erste, und falls sie andersausfiele, woher wollte sie beweisen, dass sie besser ausgefallensei? Etwa durch die dritte, vierte, fünfteV Welche kann irgendein grösseres Recht haben, als die andere? Es gibt also keinMittel, die Keproduction zu prüfen, ausser durch sich selbst, undso kommt denn die Keproduction und so auch die Logik niemalsaus sich heraus und kann sich selbst gar nicht prüfen. IhreRichtigkeit oder Unrichtigkeit hängt ab vom Ungefähr.

Wir dagegen, von Keproduction gar nichts wissen wollendund dieselbe ganz überspringend, haben ein solches Bild desursprünglichen Denkens, das seine Richtigkeit selbst beweiset.Es ist aus dem schlechthin angeschauten Gesetze, durch welchesdas Denken da ist, gefolgert. Unsere Erkenntnissquellc ist nichtdie Beobachtung und Keproduction, welche gänzlich ihrer Diensteentlassen sind, sondern die intellectuelle Anschauung des Ge-setzes. Jetzt könnte man sagen, ist ein Kriterium der gewöhn-lichen Logik gefunden, mit dem Verstandesbilde des Denkensmuss ihr factisches Reproductionsbild desselben übereinstimmen.Wohl: die Absicht war, ein Bild des Denkens zu haben: dieshaben wir und zwar ein solches, das den Beweis seiner Richtig-keit in sich selbst trägt. Wozu braucht man denn noch ein