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1 (1851) Franz von Baader's gesammelte Schriften zur philosophischen Erkenntniswissenschaft als speculative Logik / herausgegeben von Franz Hoffmann ...
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(zum Bilde Gottes) geschaffen, zugleich aber auch ihm die Fixa-tion der gcschöpflichen Manifestation dieses Bildes (dessen Leb-und Leibhaftigwerden in der Schöpfung) aufgegeben war (jedeGabe Gottes ist nämlich zugleich Aufgabe), welche Fixation alsgcschöpfliche Verwirklichung dieser Idoa nur durch die freie Ein-gabe des ersten Wollens des Geschöpfs in jene zu bewerkstelligenwar, indem, bevor die Idea hiemit zum geschöpflichen Wirkenkam, dieselbe in Bezug auf die Schöpfung doch nur erst möglichwar; so wie nach Eingabe dieses Willens die Creatur und dieIdea wie Mitlauter und Sclbstlauter zusammen wirklich (offenbar)werden und in eine unauflösbare Verbindung eingchen. Uebri-gens habe ich mich anderwärts hinreichend über diese Inbildungund Inwohnung erklärt, und über die Verwandtschaft der Worte:Imago, Magnes und Magia, d. h. wie das Namen-Eingeben (Ein-sprechen oder Signiren) den Besitz (den Rapport mit dem Be-sitzer) bedingt, was nicht minder vom immanenten oder Selbst-besitz gilt, indem auch der Geist nur mittelst seiner Inbildungsich besitzt, begreift oder sui compos wird. Wenn die Schriftsagt, dass zwar Gott Alles gut geschaffen habe, dass aber doch,durch des Menschen Schuld, die Schöpfung verderbt worden sei,so stellt doch dieselbe Schrift den Menschen als zum und vomBosen verführt vor, und seine Schuld bestand also, wie ich ander-wärts zeigte, im Missbrauche der ihm anvertrauten Schlüsselgewaltüber diese Schöpfung, durch welchen er dem durch ebendiese Schöpfung und in ihr gebundenen und abgeschlossenen Bösenden Eingang in dieselbe wieder öffnete. Beweiset nicht die Ge-schichte jedes Volkes und jedes Individuums die Wiedererneue-rung oder Fortsetzung jener Schuld? Endlich kann man vondem hier gegebenen Standpunct aus zur Einsicht gelangen,was es mit dem Sich - einen - Na in en - machen Gottes in derSchöpfung für eine Bewandtniss hat. Aus dem Gesagtenkann man nun von der Flachheit aller jener bisherigen Tlieo-logutnene und Philosophemo sich überzeugen, welche die, seies im universellen, sei es im partiellen Geschöpf aufgekommenenegative Vermittelung oder Entzweiung, mit welcher dasselbegleich einem quälenden Eingeweidewurm sich behaftet zeigt, ledig-