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Demnach führte er den größten Theil seines Heeres nachBöhmen zurück und nahm sein Hauptquartier in Pilsen .Bald darauf den 27. (17.) November zog er mit einigenTausend Reitern südwestlich über die Grenze bis zumStädtchen Furt in der Nähe des Feindes, der das Städt-chen Cham besetzt hielt. Aber schon nach drei Tagen ginges wieder nach Pilsen zurück. Wallenstein entschuldigtesich deshalb auf den nächsten Sommer vertröstend schriftlichbeim Kurfürsten und beim Kaiser und berief den ihm be-freundeten Hofkriegsrath Questenberg nach Pilsen , um mitihm wegen der Winterquartiere zu verhandeln, die, wieer auch dem Kaiser angezeigt hatte, in Böhmen bezogenwerden müßten. Gleichzeitig beschwerte sich der Herzogbeim Grafen von Trautmannsdorff , den er von seinen naheliegenden Gütern zu sich entboten hatte, daß man am Hofemit ihm nicht zufrieden sei und sprach den Wunsch aus,daß der Kaiser die vom Herzoge Franz Julius von Sach-sen 2 ) vorgeschlagenen Fricdensunterhandlungen mit Sachsen und Brandenburg beachten möge, weil er seine später zuerwähnenden geheimen Unterhandlungen mit Sachsen damitbesser verdecken zu können glaubte. Darüber berichtete derGraf ausführlich dem Kaiser und gab noch ohne allenArgwohn den Rath, den Herzog zu Friedland bei diesemFriedensgeschäft mit zu verwenden, womit sich der Kaisereinverstanden erklärte. Dagegen war dieser über die böh-mischen Winterquartiere sehr ungehalten. Er schickte daherdem Herzog nicht nur den 9. December (29. November)den Befehl, in Baiern einzurücken, sondern trug auch demQuestenberg auf, denselben zu überreden, daß er seineWinterquartiere außerhalb der kaiserlichen Erblande nehmenmöge. In der festen Ueberzeugung, daß der Herzog wenig-stens jener Aufforderung Folge leisten werde, befahl derKaiser den 14. (4.) December dem General-Wachtmeisterde Suy's, der in Niederöstereich stand, nach Linz vorzu-rücken und, wenn es nöthig wäre, gegen Bernhard zu