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dem Herzog eingehn wollte, kann nicht befremden, wenn manbedenkt, daß der Frieden dem Kurfürsten im Interesse desReiches wie seines Landes höchst wünschenswerth sein mußte.Der schwedischen Einmischung war er längst überdrüssig:sein Land war erschöpft, das sächsische Heer im traurigstenZustande. Schon den 28. (18.) December hatte Franz Albertaus Fürstenwalde , dem sächsischen Hauptquartier, an Schwal-bach nach Dresden geschrieben: „Wir leiden hier noth, der-gleichen ich noch in keinen Krieg gesehn, Schweinitz ist gül-den dagegen gewesen, die Soldaten sind maleeonlent, laustenheftig schon Hinwege, es ist weder vor Mann noch Pferdzu leben. DaS der Herzog von Fridland zum Friedenincliniret ist, höre ich gerne, im fall I. Gn. nicht zumKriege thun wollen, so schlagen sie doch umb Gottes willenden Frieden nicht aus, er sey auch so schlecht als er wolle,denn der Churfürst kombt vmb Landt vnd Leute, ich willvor Gott vnd der Welt entschuldigt sein rc. — Dazu kam,daß man einerseits glaubte, nur mit dem Herzog, dem jaauch vom Kaiser bevollmächtigten Generalissimus und all-mächtigen Herrn des kaiserlichen Heeres, zu einem gutenFrieden gelangen zu können, andererseits aber hoffen durfte,ihn an den aus Terzka's Mittheilungen zu befürchtenden„Ertremitäten" gegen den Kaiser zu hindern. So ergriffFranz Albert diese Angelegenheit mit großer Zuversicht,während Arnim weit bedenklicher war.
Arnims Schreiben an den Kurfürsten von Sachsen .
Durchlauchtigster HochgebohrnerCuhrfürst
Ew. Cuhrfstl. Dchl. Seindt meine Vntertengst gehohr-sambste Dienste bevohr gnedigster Her. Ich werde berich-tet, daß der Herzogk zu Friedeland abermahlen traewtenvohrschlage, vnd deßwegen verlangen trage, mitt S. Fürstg.Herrn Felltmahrschalck zu reden. Weil Ich den Dieselbe