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Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
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Phantasie mochte er sich wohl als baldigen Oberschutz«Herrn in Deutschland denken.

Unterdessen hatte auch im Auftrage des Kaisers nachdes Herzogs früher erwähntem Wunsche der kaiserliche Käm-merer Franz Julius von Sachsen ein Memorial wegenFriedensunterhandlungen eingereicht, worin dem Kurfürstendie Wahl freigelassen war,ob er die früher angetragenetrsetstion mit dem Herzog zu Friedland vielleicht zu Leut-meritz reassumiren oder bei Ihr. Majestät Hofe tractirenwolle, für welchen Zweck beide Theile geeignete Personenzu deputiren hätten"?) Schon den 13. (3.) Januar er-hielt derselbe die vorläufige Antwort, daß der Herzog vonFriedland den Franz Albert des Friedens wegen zu sichentboten habe und daß man eine definitive Antwort biszur Rückkehr desselben aufschieben müsse. Franz Juliusging darauf mit demselben Antrag nach Brandenburg , undArnim, der sich beim Heere an der schlestschen Grenzebefand, erhielt von Allem, was vorgefallen war, ausführ-lichen Bericht. So wenig er auch auf einen günstigenAusgang dieser Angelegenheit rechnete, so billigte er doch,was geschehen war und äußerte sich,daß die Particu-laritäten mit dem Herzoge zu Friedland die kaiserlichenFriedenSunterhandlungen fördern könnten". Ueber seineReise zum Herzog sollte nach des Franz Albert Rückkehrvon Pilsen entschieden werden. Wie richtig Arnim diedamalige Lage der Dinge erkannte, geht aus einem Schrei-ben desselben an Herrn von Schwalbach hervor, worin esheißt:

Wie hoch der Herzog zu Friedland sich abermahl an-erbeut, ersehe ich aus des Herrn Grass Kinsky schreiben.Ich bin allezeit der Meinung gewesen, daß es so eineüberaus hohe vnd wichtige fache, damit sehr vorsichtigumbzugehn vnd um so viel mehr, da er allewege, Wennszum Schluß kommen sollen, seine Meinung geendert, Istdieses aus einem betrüglichen Vorsatz geschehn, so ist