Hitler im Gegensatz zu dem vorher ebendaselbst erwäbntenBefehle ,,ihn auf alle thunliche Weise an einen sichern Ortzu bringen, wo er sich defendiren könnte," zeigt am besten,daß dort an den äußersten Fall gedacht wird. Nach diesereinfachen Erklärung dieser Worte braucht wohl kaum er-wähnt zu werden, daß Mailaths höchst gesuchte Interpre-tation dieser Worte (Mailath Gesch. Oestreichs III. 377 ff.)zurückzuweisen ist.
11) Der bairische Oberst Kratz, Commandant in Jngol-stadt, hatte im Mai 1633, weil er sich von Wallensteinverletzt glaubte, jene Stadt an Bernhard verrathen wollen.Da der Anschlag mißlang, ging Kratz in schwedische Dienste,ward in der Schlacht bei Nördlingen gefangen, nach Wien gebracht und nach einem verunglückten Versuche zu fliehenhingerichtet.
12) Brandenburg hatte sich seither fast immer an dasdamals viel bedeutendere Sachsen angeschlossen. In Schlesienstanden 1633 die brandenburgischen Regimenter, die derOberst BurckSdorf commandirte, unter ArnimS Oberbefehl.Nur waren die brandenburgischen Räthe von den Schweden abhängiger, deren Einfluß sich Sachsen möglichst zu ent-ziehen suchte.
13) Johann Aldringer aus Diedenhofen in Lothringen ,früher Herrendiener und Schreiber, wurde Soldat und ar-beitete sich durch sein Verdienst schnell bis zum Feldmar-schall empor. Er starb schon 1634 bet der Erstürmungder Stadt Landshut durch die Schweden .
14) Hierher gehört die damals verbreitete Nachricht,Wallenstein habe es auf eine Ueberraschung des Kaisersin Wien abgesehen. Daran hat der Herzog damals wohlnicht gedacht, denn er war ein vorsichtiger Zauderer, dersich erst sicher stellen und günstige Constellationen der Ge-stirne abwarten wollte. Kühne Thatkraft findet man beiihm nur, wo er seiner Sache ganz sicher war. Vgl. AretinsWallenstein S. 138 ff.