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Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633-1634 : nach handschriftlichen Quellen des Königlich-Sächsischen Haupt-Staat-Archivs und mit kritischer Berücksichtigung der gedruckten Berichte dargestellt / von Karl Gustav Helbig
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15) Förster behauptet, baß das Patent vom 18. Fe-bruar spater gedruckt worden sei und ihm stimmt Mailathaus andern Gründen bei, wobei der sonst so sorgsameSchriftsteller in eine arge Verwirrung gekommen ist, dieschon Förster gerügt hat. (S. Mailath III. 386. FörstersProceß S. 193 ff.). Förster hätte aus der von ihm (Wallen-steins Briefe III. Anhang 21) mitgetheilten Vertheidigungdes Generalfeldzeugmeisters Sparr leicht combiniren können,daß das von Sparr den 22. oder 23. Februar eingesehenePatent nur das vom 18. Februar sein konnte. Denn ersagt, daß darin außer Wallenstein, Jlow und Terzka alleGeneral-Offiziere namentlich benannt und inhibirt würden,seiner aber nicht gedacht worden wäre. Dies kann nurdas Patent vom 18. Februar sein, wo außer Wallenstein,Jlow und Terzka, die im ersten Patente entsetzt waren,alle höheren Generale der Armee genannt werden, an diedas Heer gewiesen wird, Gallas, Aldringer, Maradaö,Piccolomini, Colloredo, nur Sparr nicht, der eben darüberverwundert war und die Ungade des Kaisers fürchtete.Meine Aufklärungen im Terte beseitigen jeden Zweifel ander Richtigkeit deS Datums dieses zweiten Patents undsomit auch alle darauf gegründeten Vermuthungen Mailaths.Uebrigens wurde das erste Patent durch das zweite Patentnicht aufgehoben, sondern nur erweitert und ergänzt,weshalb sich der Kaiser auch nach dem 18. Februar aufdas ältere Patent berufen konnte. Vgl. Försters BriefeIII. 202. Eben so wurde die Berufung der angeklagtenAnhänger des Herzogs auf den im ersten Patente ver-sprochenen Pardon nicht zurückgewiesen, sondern ausdrücklichwurde ausgesprochen, weshalb sie des dort verheißenenPardons nicht theilhaftig werden könnten. Die Nachrichtvon der Publikation deS kaiserlichen Patents in Prag findetsich in Förster, Wallensteins Briefe III. 243.

16) Der Oberst Anton Schlieff, ein böhmischer Ver-bannter, der, wie Kinsky, unter sächsischem Schutze in